Tag 1 von 365 Tagen ohne neugekaufte Kleidung

Ab heute verzichte ich ein Jahr lang auf neugekaufte Kleidung!

Erlaubt sind Second Hand und selbstgenähte Kleidung, sowie neue Schuhe. Der Grund für diese selbstauferlegte Einschränkung ist einerseits die Berichterstattung zu den Katastrophen in den Nähfabriken Bangladeshs, andererseits der Wunsch weniger Müll zu produzieren (da kann man natürlich an vielen Fronten anfangen, ich fange beim Kleiderschrank an). Die Schnellebigkeit in der Mode lässt wirklich keine Langeweile aufkommen. Es ist so leicht (und es macht ja auch Spaß), den Kleiderschrank mit den neuesten Trends zu füllen. Viel kosten muss es heutzutage nicht. Billigkleidung findet man an jeder Ecke.

Ich habe mich schon häufig gefragt, wie eine aufwändig genähte Jeanshose mit Taschen und Stickereien zu einem Preis von 9,99 zu haben ist. Vor fast einem Jahr habe ich begonnen, Kleidung selber zu nähen und ich mache es sehr gerne. Ich weiß ein Kleidungsstück jetzt mehr zu schätzen und möchte nicht mehr so gedankenlos Dinge aussortieren für die Altkleidersammlung. Wenn etwas verschlissen ist oder überhaupt nicht mehr passt, dann kommt es weg, klar. Aber häufig landen einwandfreie Teile im Altkleidersack oder Müll, weil die Farbe oder Form nicht mehr modern ist. Vielleicht ist das bei euch ja ähnlich.

Inspirierend und faszinierend finde ich Blogs wie refashionista oder newdressaday. Der Stil entspricht nicht immer meinem Geschmack, klar, aber die Ideen, wie man alte oder nicht passende Kleidungsstücke zu neuem Leben erwecken kann, sind fantastisch. Alleine deswegen finde ich mein Projekt schon spannend. Ich bin neugierig darauf, ob ich dadurch kreativer werde. Und wenn nicht, lasse ich mich eben durch solche Blogger inspirieren und übernehme Ideen.

Mein Kleiderschrank ist frisch ausgemistet, sehr groß ist meine Auswahl momentan nicht (vor allem farblich, bis auf ein paar Farbkleckse ist vieles grau, braun, beige, jeansblau…). Wir sprechen hier über 3-4 halbwegs passende Jeanshosen von denen zwei an den Knien schon durch sind. Da ich diese zwei sehr mag und sie mir gut passen, möchte ich sie weiterhin tragen. Hier muss eine Lösung her, die nicht nach aufgebügelten Herzen auf Kinderhosen aussieht. Ansonsten besitze ich einen Rock, einige Tops und Shirts sowie Strickjacken. Jacken für draußen habe ich genügend.

Vor Ostern habe ich ein paar Mädels zu einer “Ladies Night” eingeladen. Unter anderem haben wir auch einen Kleidertausch gemacht. Alle haben vorher ihre Schränke ausgemistet und ihre Schrankleichen mitgebracht. Ich habe mir eine lange Hose von Esprit aus leichtem ganz dünn blau-weiß gestreiftem Stoff ertauscht sowie ein Hängerchen von H&M in Größe 42 (ist mir viel zu groß, wollte ich erst als Nachthemd verwenden, aber vielleicht geht da ja auch noch mehr). Die Hose war leicht ausgestellt und hatte an mir totales Hochwasser (ein vorher Foto hätte ich mal machen sollen, das sah wirklich clownsmässig aus), passte aber obenrum sehr gut. Erst wollte ich eine Bermuda daraus machen, aber dann habe ich ihr doch erstmal eine Karottenform verpasst, abschneiden hätte ich sie ja immer noch können. Bei der Beinform ist es nicht schlimm, wenn der Saum etwas kürzer ist. Zu Ballerinas passt das ja ganz gut. Aufgrund des Wetters heute sind es dann aber die klobigeren Schuhe geworden.Jedenfalls bin ich erstmal zufrieden mit meiner neuen Hose. Sie passt, wenn sie aus der Wäsche kommt gut. Nach einem halben Tag tragen ist sie oben etwas zu weit. Ich muss also am Bund etwas verändern. Der Stoff ist sehr angenehm zu tragen, schön leicht und sommerlich.

Heute ist also Tag 1 von 365, am 7. Mai 2014 endet das Projekt (oder? Vielleicht wird ja eine Lebenseinstellung draus, wer weiß). Gestern war ich noch im Einkaufszentrum und habe der Verlockung widerstanden, hier noch mal eben ein Shirt mit Sternen für 9,95 Euro mitzunehmen und dort fix eine schöne bunte Hose für 39,90 Euro. Schon mal ein guter Anfang.

Ich bin gespannt wie meine Garderobe in genau einem Jahr aussieht. Was sagt ihr dazu?

Viele Grüße,
Elke

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19 thoughts on “Tag 1 von 365 Tagen ohne neugekaufte Kleidung

  1. Lille Yul sagt:

    Wow, was für ein großes Projekt! Ich bewundere dich sehr dafür! Ich bin immer dafür zu begeistern, weniger Müll zu produzieren oder in irgendeiner Form bewusster durch`s Leben zu gehen.
    Allerdings unterliege ich doch…räusper….sehr dem Konsum und freue mich total über neugekaufte Kleidungsstücke. Vielleicht sollte ich mir aber Gedanken machen, wo ich an anderen Stellen einsparen kann.
    Ich bin sehr auf das kommende Jahr und das Fortschreiten deines Projekts gespannt,
    lG Christina

    1. Ja, ich bin auch gespannt, ob ich es durchhalte, aber im Moment bin ich sehr entschlossen. Ich werde berichten!

  2. ännisews sagt:

    Eine tolle Idee! Ich versuche auch seit einiger Zeit mein Kleiderkonsumverhalten zu ändern. Allerdings bin ich nicht ganz so konsequent wie Du. Ich achte aber zumindest darauf, dass meine gekaufte Kleidung nicht offensichtlich billig produziert wurde (das Shirt für 4,99 muss jetzt eben im Laden hängen bleiben) und versuche abgetragene Teile durch Umgestaltung oder ähnliches wieder tragbar zu machen. Ist ja zumindest schon mal ein kleiner Anfang;-)
    Vielleicht kann mich Dein Projekt ja noch dazu motivieren ganz auf Gekauftes zu verzichten. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es bei Dir weiter geht!
    Liebe Grüße, Änni

  3. Nici sagt:

    Elke, das ist ja ein spannendes Projekt! Ich verfolge gerne mit, was du dir in diesem Jahr alles einfallen lässt. Meine Familie und ich tragen auch immer mehr selbstgenähte Kleidung, da ich zu den wenigen gehöre, die überhaupt gar nicht gerne shoppen gehen (ausser Stoffe *räusper*). Irgendwie freue ich mich immer darüber, wenn ich eine ganze Reihe selbstgemachter Klamotten auf die Wäscheleine hänge. Du hast recht, man lernt die Gegenstände (in diesem Fall Kleidung) ganz anders schätzen und schaut auch viel genauer hin.
    Ich freue mich auf dein Projekt und bin gespannt auf die Entwicklung, die es nimmt!
    Liebe Grüsse aus Bern
    Nicole

    1. Hallo Nicole,
      shopping ist momentan auch nicht meine liebste Tätigkeit, da ich immer mit Kleinkind unterwegs bin (mindestens). Manchmal verfalle ich dann aber in einen “Rausch” und kaufe gleich mehrere Sachen auf einmal. Mittlerweile kaufe ich auch lieber Stoffe und nähe dann so vor mich hin.
      LG Elke

  4. Kerstin sagt:

    Ich empfehle hierzu das Buch von Kirsten Brodde “Saubere Sachen”. Vielleicht musst Du Dich gar nicht im Verzicht üben, sondern einfach nur bewusster einkaufen. Es gibt nämlich durchaus tragbare Ökomode. Diese zu Unterstützen ist auf alle Fälle auch ein Weg in die richtige Richtung.
    LG
    Kerstin

    1. Danke, Kerstin, werde ich bei Gelegenheit mal reinschauen.

  5. Mutig!
    Ich wünsche Dir viel Freude beim Umsetzen des Vorhabens. Auf jeden Fall wird Dein Kleiderschrank mehr “deins” sein als vorher, oder??
    Bei Kleidern, Jacken, Stoffhosen fällt es mir leicht (fast) ausschließlich me made zu tragen, aber was ist mit Jeans und Strickjäckchen???
    Liebe Grüße von Julia

    1. Hallo Julia,
      ja das mit den Jeanshosen ist so eine Sache. Entweder werde ich zur Rockträgerin (was ich nicht glaube), oder ich kaufe second hand. Geht ja auch. Ich muss ja eh immer ein bißchen mehr suchen, bis ich eine passende Jeans finde. Ich bin halt kein “Standardformat” 😉 Und Strickjäckchen muss ich dann wohl stricken (lach). Man kann ja auch Strickstoffe vernähen. Habe ich zwar noch nicht gemacht, aber schon mal gesehen.
      Liebe Grüße,
      Elke

  6. Frau Anis sagt:

    Find’ ich eine seehr gute Sache! Mich bewegt das Thema auch schon lange… Was ich dabei gemerkt habe: Tauschbazare sind einfach genial! Wünsch dir viel Erfolg bei der Umsetzung und freu mich, mehr darüber zu lesen 🙂
    LG, heike

    1. Hallo Heike,
      von öffentlichen Tauschbasaren habe ich hier aber noch nichts gehört. Werde das vielleicht nochmal privat anleiern, wobei man ja schon ein bißchen schauen muss, dass es von den Größen hinhaut.
      Liebe Grüße,
      elke

  7. Tolle Sache
    In meinem Kopf will auch nichts mehr für mich und mein Kind kaufen oder versuchen uns so viel wie möglich zu nähen, soweit ich es kann. Ich bin immer so enttäuscht von der Qualität der Sachen und das ich viele Teile ständig an anderen FRauen/Kindern sehe. Selbst genähte Sachen sind so einzigartig. Ich investiere lieber in Stoffe und Schnittmuster.
    Ich werde Deinen Blog verfolgen und wünsche viel Erfolg
    LG Alexandra

    1. Hallo Alexandra,
      ja, wenn es etwas bei Tchibo gibt, laufen die Sachen dann ein paar Tage später überall herum. Und die Qualität… das können wir doch selber besser, oder?
      Liebe Grüße,
      Elke

  8. Anonymous sagt:

    Hallo Elke,
    ich bin habe gerade durch Zufall deinen Block gefunden und freue mich so. Ich habe 3 kleine Jungen und deine Sachen sind eine schöne Inspiration. Ich bin bei uns die Vollverdienerin, meine Freizeit (bzw. Handarbeitszeit) ist leider eingeschränkt. Sonst wäre dein Projekt eine Herausforderung die mir gefallen würde. Ich wünsche dir ganz viel Spaß!
    Lieber Gruß
    Ulrike

  9. Vera sagt:

    Hu hu ,ich nochmal,lach.Lese gerade von deinem “Projekt” und das du zwei Buben hast.Das kann nur spannend und schön werden und melde mich mal bei dir als neue Leserin an.

    Liebste Grüsse Vera

    P.S.Werde mal ein wenig in deinem Blog weiter luschern,lach.

  10. Ms Fisher sagt:

    Liebe Elke, ich finde Dein Projekt ganz wundervoll und werde gespannt verfolgen, wie es sich entwickelt!!

    Ich selbst befinde mich auf einer ähnlichen “Reise”. Inspiriert wurde ich von thedressimade.com. Eine unglaublich interessantes Projekt, das leider schon zu Ende gegangen ist. Kanntest Du die Seite schon? Gern würde ich das auch so öffentlich bekannt geben, wie Du, scheue mich aber noch ein wenig davor. Wäre die Schwangerschaft nicht gewesen hätte ich wohl schon längst damit angefangen. Jetzt gibt es erst einmal andere Prioritäten .. Obwohl, ich wirklich sagen kann, dass ich seit Anfang letzten Jahres mir bis auf ein unglaublich tolles und auch noch reduziertes Kleid (von mint&berry) nichts
    Fertiges gekauft habe. Immerhin 🙂

    Lange Rede, kurzer Sinn, ich wünsche Dir viel Erfolg und bin gespannt, was Du berichten wirst!

    Alles Liebe
    Sindy

  11. Aylin sagt:

    Huhu! Ich bin begeistert von deinen Ideen und den schönen Schnitten, die du hier mit uns teilst. Ich habe letzten Februar genau dasselbe Projekt für mich unabhängig von anderen Blogs begonnen und finde es echt schön, dass es mehr von denen gibt, die sich entschieden haben sich gegen den Konsumwahn unserer Gesellschaft aufzumachen. Ich selbst habe ohne Vorkenntnisse angefangen zu nähen und habe mit der Zeit meine Liebe zur Nähmaschine entdeckt! Und du hast Recht: ein Teil, an dem am Ende so viel Arbeit steckt schätzt man dann auch wirklich viel mehr und trägt es finde ich auch mit einer ganz anderen Einstellung.

    Ich werde auf jeden Fall deinen Ideen folgen und würde mich freuen, wenn du auch mal einen Blick auf meinen Blog werfen würdest: http://blog.schnittmuster-berlin.de/ 🙂

    Liebste Grüße, Aylin

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