Inkodye oder Siebdruck ohne Sieb Teil 1

Dass ich ab und zu gerne Tshirts per Siebdruck bedruckt habe, wissen alle, die schon Anfang des Jahres meinen Blog gelesen haben. Ihr erinnert euch vielleicht noch an die Motive, die ich verlost habe? Für ein Einzelstück macht Siebdruck keinen Sinn, dafür ist der Aufwand viel zu hoch. Es lohnt sich nur für Serien. Aber es ist einfach so cool, Shirts zu bedrucken. Das muss doch irgendwie anders gehen (ausser mit Pinsel, Stempel und Schablone).

Daher hat mich ein Pinterest Fund vor einiger Zeit gleich fasziniert! Es soll eine Textilfarbe geben, die sich im Sonnenlicht entwickelt. Mit einem Negativ auf Folie kann man damit Stoffe (und andere Naturmaterialien) auf interessante Art und Weise gestalten. Inkodye heisst das Produkt von der Firma Lumi und wird in rot, blau und orange angeboten. Silverbird24.com hat mir freundlicherweise ein Starterset mit Applikator in blau, das zugehörige Waschmittel und noch die Farben rot und orange für einen Test zur Verfügung gestellt.

Grundsätzlich funktioniert Inkodye so:
1. Farbe mit einem Applikator oder Schwammpinsel auf Stoff auftragen
2. Negativ drüberlegen
3. 20 Minuten in die Sonne legen
4. Aus der Sonne nehmen und Folie abnehmen
5. Stoff waschen, am besten mit dem Spezialwaschmittel
Ein sehr anschauliches Video und Inspiration findet ihr hier.

Das Sonnenlicht hat sich diese Woche um Berlin herum sehr rar gemacht, daher habe ich die ersten Versuche mit einem Gesichtsbräuner gestartet. Es war sehr experimentell, aber so etwas mag ich gerne! Da dieses Experiment nur für mich ist, stelle ich es beim RUMS #50 ein.

Ich habe mich in meinen Arbeitsoverall geschwungen und so ging es dann los:

Erst habe ich verschiedene Motive ausgedruckt, die sich eignen könnten und gleich den ersten Fehler gemacht: die Motive nicht umgekehrt, also zum Negativ gemacht. Für den ersten Test fand ich das aber nicht schlimm.

Dann habe ich das Papier mit billigstem Sonnenblumenöl geölt um es transparent zu machen. Dann nochmal mit Küchentuch trockengerieben. (Olivenöl und andere dunklere Öle eignen sich weniger).

Gegen das Fenster gehalten erkennt man, was das Öl mit dem Papier macht. Es lässt Licht durch. Natürlich kommt es nicht ganz an eine Folie heran, aber wir werden sehen, was passiert.

Dann wurde erst einmal Inkodye genau angeschaut und ausgepackt. Mit den Kindern. “Mama, was ist das?”, “Was macht man damit?”, “Ich will das auch machen.”

Im Starterset (linke Verpackung) ist auch ein kleines Stoffstückchen sowie ein Testnegativ bei für die ersten Gehversuche sowie eine Flasche blaue Farbe, eine Flasche Waschmittel und ein Roller / Applikator (folgt morgen).

Sowie ein Quick Start Guide.

Hier ist er, mein schicker Bräuner. Nein, ich lasse ihn nicht an meine Haut. Er wurde nur für kreative Zwecke angeschafft. Sprich Siebdruck und jetzt Inkodye.

Motiv auf die Glasscheibe.

 

Ich habe ein weißes Stück Baumwollpiquee (mal wieder ein Putzlappen) mit orange benetzt. Wie man sieht sieht man nichts. Die Farbe ist erstmal neutral.

Das Licht tut sogar auf dem Foto im Auge weh, oder? Man erkennt schon, dass sich die Farbe entwickelt. Der Stoff liegt nun auf dem Motiv.

Hier sieht man schon richtig das Orange durchkommen. Das hat 2-3 Minuten gedauert. Ist das nicht cool!!

Und hier das nächste Motiv auf rosa Baumwolljersey. Das ist übrigens richtig schön geworden.

 

Hier ist also die Eule, gewaschen und bei Tageslicht. Beim Waschen ist mehr Farbe abgegangen als gewollt, denn der Stoff war nicht vorgewaschen… Das sollte man auf jeden Fall vorher tun, damit die Appretur verschwindet und der Stoff die Farbe besser aufnehmen kann. Ein glatter Stoff ist bestimmt auch besser für ein gutes Druckergebnis.

Ich habe in rot das Motiv aus der Testpackung gedruckt. Ein sehr filigranes Motiv, das sich eigentlich recht gut entwickelt hatte. Aber, gleicher Stoff, gleicher Fehler: nicht vorgewaschen.

Am schönsten ist dieses Jerseystück geworden: hier macht der unregelmäßige Farbauftrag das gewisse Etwas aus und das Motiv ist sehr gut rausgekommen.

 

Morgen geht es weiter. Es ist nämlich auch schon etwas richtig Tragbares entstanden. Wenn denn in der nächsten Zeit die Sonne scheinen sollte, werde ich es mal mit Sonnenlicht probieren. Denn dafür ist die Farbe ja eigentlich gemacht. Drückt uns hier in Baaahlin mal die Daumen für ein bisschen Sonne!

Wer es bis hierher geschafft hat, den interessiert das Thema auch, oder? Morgen geht es weiter mit einem richtigen fertig genähten Ergebnis. Es ist ziemlich cool geworden. Hier ein kleiner Teaser.

 

 

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23 thoughts on “Inkodye oder Siebdruck ohne Sieb Teil 1

  1. Interessant, ich liebe neue und ausgefallene Techniken! Danke für’s Zeigen!
    LG Jutta

  2. Florentine sagt:

    Das ist ja der absolute Wahnsinn. Was es nicht alles gibt. Also ich bin definitiv auf morgen gespannt.
    LG Florentine

    1. Ja ich weiß, es macht auch richtig Spaß das auszuprobieren, Stoffreste zum Testen hat man als Nähtante ja ausreichend zur Verfügung, oder?

  3. ännisews sagt:

    Das ist ja spannend. Ich bin immer wieder erstaunt, was es alles gibt…
    Danke für’s Vorstellen!
    Liebe Grüße, Änni

    1. Ja man findet so viele kreative Produkte und Ideen über Blogs, Pinterest aber natürlich auch im realen Leben.

  4. Wahnsinn, was Frau alles machen kann!
    Das Jersey-Stück ist richtig toll geworden!! Bin schon auf morgen gespannt 🙂
    Liebe Grüße
    Veronika

    1. Für das Jerseystück suche ich noch nach einer Verarbeitungsidee, denn es ist ja recht klein, ca. Din A4 groß. Hmmmm

  5. Nähfrosch sagt:

    Du machst ja Sachen! 😀
    Sehr experimentierfreudig! Bin gespannt was da noch tolles kommt!
    LG
    Katja

  6. Woah, wie cooo-hooo-hooooool!!! Das ist wieder was für mich :D. Freu mich schon auf den zweiten Teil morgen! Danke fürs Teilen :).

    1. Das ist doch noch ein guter Weihnachtswunsch, wenn jemand fragt, oder?

  7. Hi Elke,
    Das ist ja sehr cool. Was es alles gibt. Und da Du so experimentierfreudig bist und das Ergebnis sicherlich wieder ein Knaller wird, bleibe ich gleich mal dran…
    Mangels Gesichtsbräuner müsste ich dann wohl auf den Sommer warten *seufz*…
    Ganz liebe Grüße und ein paar Sonnenstrahlen nach Bahlin
    Steffi

    1. Da gehst Du halt mit Deinen Shirts und belichtest sie auf der Piste bei knalle Sonne und reflektierendem Schnee. Müsste doch super gehen ;-))

  8. ♥ Vera sagt:

    Hallo Elke…

    du bist echt der Albert Einstein unter den Mädels hier,smile.Immer am testen und ausprobieren und das finde ich ganz toll.Welch Möglichkeiten sich da auf tun und es sieht auch alles total cool aus.Beim Gesichtsbräuner musste ich aber schon lachen,hihihihi.
    Bin auf weiteres sehr gespannt.

    Liebste Grüsse
    Vera

    1. Haha, wenn das mein Mathelehrer lesen würde! Albert Einstein…

  9. Ms Fisher sagt:

    Ohja, das Thema interessiert mich sehr und bin schon auf morgen gespannt!!

    Vielen lieben Dank fürs ausführlich Testen und Vorstellen. Da kann man dann am Ende guten Gewissens zum Inko-Dingens greifen. Hab das nämlich auch schon öfter gesehen und noch nicht so richtig daran geglaubt.

    Alles Liebe
    Sindy

    1. Einmal gesehen hat es mich auch total fasziniert und ich wollte es unbedingt mal ausprobieren. Und jetzt will ich noch mehr damit machen. Bis morgen!

  10. Das halbe mandala ist so schön ! Ich bin gespannt was noch so herauskommt. Und warum druckst du nicht direkt auf overheadfolien ?

    1. Danke, das habe ich zur Abwechslung vor Jahren mal selbst gezeichnet nach einem HennaTattoo was ich irgendwo mal gesehen hatte. Ich habe sogar im Copyshop eine Overheadfolie bedrucken lassen, aber der Schwarzauftrag war so dünn, dass da jeder Lichtstrahl durchkam. Zuhause habe ich einen Laserdrucker, da benötigt man wieder spezielle Folien, weil die sonst zu heiß werden. Aber beim nächsten Mal auf jeden Fall mit Folie und mit Sonne! Ich freue mich schon drauf, den Rest der Farbe zu “verbraten”!

  11. Anja sagt:

    Das sieht seeeeehr interessant aus. Besonders die Idee mit dem Bildnegativ reizt mich. Da könnte man ja ganz tolle Sachen mit machen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht!

    LG Anja

    1. Ja, wenn man einmal anfängt sich damit zu befassen, kommen einem tausend Ideen! Man könnte ja damit ganze Stoffbahnen gestalten… träum

  12. Christiane sagt:

    Boah, spannend!!!
    Was man da alles damit machen kann…
    Das sieht ja alles schon richtig gut aus! Bin ganz begeistert!!!

    Liebe Grüße
    Christiane

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