Tag 308 von 365: Tops und Flops im Kleiderschrank

Nach 308 Tag Klamotten-Kaufverzicht ist es Zeit, mal den Kleiderschrank zu durchwühlen und mit dem Ausmisten zu beginnen. Den Anstupser dafür habe ich von Tessa bekommen mit ihrer neuen Linkparty “Mein Kleiderschrank und ich”.

Daraufhin habe ich meinen Kleiderschrank durchwühlt und ein paar “frühe Werke” herausgefischt um euch zu zeigen welche genähten Teile nach ca. einem Jahr bei mir Tops und welche Flops sind.

Links sind immer die zuerst genähten Sachen und rechts die Nachfolger.

Der linke Pulli schreit geradezu “selbstgenäht” mit dem Häkeläpfelchen und dem quietschgrünen Bündchen zum knallblauen Jersey. Ich komme mir in dem Teil verkleidet vor. Könnt ihr das nachvollziehen? Außerdem ist er etwas zu groß. Ich trage ihn nur beim Laufen unter der Jacke, je nach Wetterlage. Ich würde ihn also nicht vermissen im Schrank. Der rechte Pulli (gleicher Schnitt) ist im Vergleich neutral in seinem schlammbraun und passt auch gut zu einer farbigen Jeans. Die Passform gefällt mir gut. Blöd ist nur, dass die Raffung an der Brust total ungleichmäßig geworden ist. Das würde ich heute (hoffentlich) besser hinkriegen.

Diesen schmalen T-Shirt Schnitt von Burda mag ich sehr gerne. Das Gepunktete trage ich oft und es tut mir leid, dass ich damals einen billigen Viskosejersey vom Stoffmarkt dafür genommen habe, denn er pillt total nach ein paar Wäschen. Hier hätte sich etwas bessere Qualität bestimmt ausgezahlt. So ein Shirt muss ich mir nochmal für den Sommer 2014 nähen. Das linke habe ich vielleicht 2 oder 3 Mal getragen, weil es in der Schulter zu breit ist und die Farbe mich auch nicht überzeugt. Dann hatte ich mir vorgenommen, es zum Sport anzuziehen, aber selbst da trage ich es nicht.

Übrigens, bevor ich es vergesse, es gibt bei Colette die tolle Blogreihe “Wardrobe Architect“. Wen das Kleiderschrank Thema interessiert findet dort interessante Anregungen und Arbeitsblätter, die helfen sollen den eigenen Stil zu definieren.

Letzten Sommer wollte ich mir unbedingt einen Grundschnitt für ein Top erarbeiten. Der erste Versuch… Na, wer errät es? …war natürlich das pinke Shirt. Die Farbe quietscht, also nichts für mich. Ich habe es zwar häufiger als Unterhemd getragen, aber lieben tue ich es nicht. Das graue war ein altes Schwangerschaftstop, welches ich anhand meines Schnittes angepasst habe. Das ist fast jede Woche im Einsatz. Hier sehe ich zum ersten Mal für mich, dass mir der rechte Ausschnitt besser steht. Ich glaube ich brauche als Ausgleich zu meiner langen schmalen Körperform waagerechte Linien.

Ich bin wohl ein “graues Mäuschen”, das denkt man zumindest, wenn man die Farben in meinem Schrank sieht. Ich wünsche mir mehr dezente Farbe in meinem Traumkleiderschrank, der insgesamt eine Mischung aus handmade und hochwertigen Kaufklamotten enthalten soll. Alle Kleidungsstücke sollten untereinander kombinierbar sein. Außerdem sollte jedes einzelne Stück mir gut passen, mir gut stehen und mich einfach gut aussehen lassen. Ha! Geht das überhaupt? Ich weiß es nicht, davon bin ich jedenfalls noch meilenweit entfernt und habe auch noch keinen ausgereiften Plan, der dorthin führt.

Heute, an Tag 308 also sieht mein Kleiderschrank ziemlich mager aus. So schnell wie man shoppen gehen kann, kann man ja nicht nähen. Letzte Woche stand ich vor einem “Sale” Tisch auf dem eine stark reduzierte Jeans (teure Lieblingsmarke, meine Größe) lag.

Ein kleines Teufelchen auf meiner linken Schulter flüsterte mir verlockende Dinge ins Ohr: “Dann hättest Du endlich mal wieder eine Jeans ohne Flicken” oder “Die steht Dir bestimmt gut” oder “Zu dem Preis kriegst so schnell keine “Lieblingsmarke” Jeans mehr”… Ihr versteht was ich meine 😉 Aber das Engelchen auf der rechten Schulter hat gesiegt.

Wie? Na, durch euch! Dadurch, dass ich meinen Kaufverzicht hier im Blog öffentlich gemacht habe, fühle ich mich verpflichtet und motiviert, mich daran zu halten. Eure ermutigenden Kommentare schüren die Freude am Nähen. Ich freue mich aber auch ein bisschen auf das Ende dieser 365 Tage. Ich werde trotzdem weiterhin für mich nähen, darauf freue ich mich, aber ich werde bestimmt ab und an mal ein Kaufteil in meinen Kleiderschrank wandern lassen. Ich möchte mich nur nicht mehr so sehr vom Preis, sondern von Qualität, Passform und Kompatibilität mit dem Rest des Kleiderschrankes überzeugen lassen. Im Mai ist meine offizielle Klamottenfastenzeit vorbei und ich werde mir als erstes eine JEANS kaufen. Darauf freue ich mich schon.

Tessa fragt auch, wieviel Handmade unser Kleiderschrank verträgt.

Bei mir darf es viel davon sein, es darf nur nicht zu sehr nach Handmade aussehen! Ich möchte, dass die Handmade Teile von der Passform und Verarbeitung überzeugen. Wenn ein auffälliges Stöffchen das ganze abrundet, dann gerne aber es muss nicht sein.

Wie denkt íhr darüber? Soll handmade bei euch auch als solches sofort zu erkennen sein oder wollt ihr lieber, dass ihr gefragt werdet “Wo hast Du das tolle Teil denn gekauft?” um dann darauf zu antworten “Das ist nicht gekauft, das habe ich selbst gemacht!” ?

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12 thoughts on “Tag 308 von 365: Tops und Flops im Kleiderschrank

  1. stoffbuero sagt:

    Gerade wollte ich mich hinsetzen und meinen eigenen Text für die Linkparty fertig stellen – dann lese ich noch Deinen, der wiederum so viele wertvolle Punkte enthält, dass ich kaum mehr traue, an meinen Zeilen weiter zu schreiben, weil ich ihn vollständig unterschreiben möchte (naja, beinahe – die mein “Grau” ist wohl eher die Farbe ;-)). Ich versuch’s dennoch mal…

    Liebe Grüße & vielen Dank für die Anstöße!
    Catrin

  2. KAREE sagt:

    Als erstes Mal : alle Achtung, das du das so lange durchgehalten hast. Kompliment! (äh, und natürlich durchhalten wirst…. – ist ja klar!)
    Ich kann dich soooo gut verstehen. Du schreibst genau das, was ich denke. Auf der einen Seite möchte man doch so viel wie möglich selbst nähen, auf der anderen Seite, fragt man sich dann doch, ob man das dem Teil denn ansieht. Ich gehört nämlich – zumindest meist – zur Kategorie : Man sollte es zumindest nicht gleich beim ersten Blick sehen! Wenn ich deine 3 Fotos anschaue, würde ich mich auch jedesmal spontan für die rechte Seite entscheiden. Dein Stil gefällt mir sehr gut und ich erkenne meinen eigenen oft darin. Ab und zu ist bunt ok, aber im großen und ganzen liebe ich auch das dezente.
    Ich hab natürlich auch diverse “Leichen im Keller” bzw. im Kleiderschrank auf denen “meine ersten Nähversuche” steht. Und ja, ich zieh sie nur noch an, weil ich sonst ein schlechtes Gewissen dem Pulli gegenüber habe 😉 Da aber mittlerweile mein Können schon etwas gereift ist, bin ich echt am überlegen, ob ich dein Experiment – vielleicht erst mal ein halbes Jahr – ausprobiere. Mal sehn.
    Auf jeden Fall werd ich dich weiter “verfolgen”!

    Liebe Grüße
    Katja

  3. Liebe Elke,
    vielen Dank dass Du mitgemacht hast und hier diesen tollen Einblick gegeben hast, ich finde es sehr interessant.
    Ich glaube ich könnte gut auf´s Klamotten-kaufen verzichten, mit einer Ausnahme. Was bei mir gar nicht geht ist ein Jahr keine Jeans kaufen, die gehen soooo schnell kaputt und das obwohl ich nur noch Markenjeans kaufe.
    Ich hätte mich auch immer für die rechte Seite entschieden.
    Den Satz viel handmade, aber bitte nicht sichtbar unterschreibe ich sofort 🙂 Aber da scheidert es bei mir oft daran, tolle Stoffe zu finden.
    Viele Grüße,
    Tessa

  4. Madita sagt:

    Sehr interessant zu sehen und zu lesen. Und ich muss dir zustimmen, der waagerechte Ausschnitt passt besser.

    Ich persönlich bevorzuge bunt für meine Familie und mich. Aber das war auch vor der Handmade-Zeit so. Also egal ob gekauft oder genäht, es fällt auf. 😉

    Bei mir ist es sogar teilweise umgekehrt: es gibt Teile in meinem Kleiderschrank, wo schon Komplimente für das neue Werk bekommen habe und ich ganz kleinlaut gestehen musste, dass es ausnahmsweise gekauft ist.

    Aber Geschmäcker sind verschieden und das ist auch gut so. 😉

    Liebe Grüße
    Madita

  5. Wirklich spannend, die unterschiedlichen Beiträge zum Thema zu lesen!
    Ich verstehe den Punkt sehr gut, dass das Selbstgenähte nicht sofort erkennbar sein soll – jedenfalls soll es für mich nicht “selbstgebastelt” ausssehen, ich möchte also, dass es sorgfältig verarbeitet ist usw. Da wird man natürlich auch einfach durch die Übung besser. Wenn ich so meine ersten Nähwerke ansehe und bedenke, dass ich die tatsächlich in der Öffentlichkeit anhatte…. 🙂

  6. Liebe Elke, du sprichst mir aus der Seele.
    Selbst genähte Kleidung die sofort als solche zu erkennen ist, ist nicht so mein Ding. Mir gefällt zwar bunt an anderen sehr gut, aber ich selber komme mir dann meistens vor wie in einem Pyjama, wenn ich zu viel Muster, oder zu kindliche Muster trage – das verträgt sich nicht bei mir…. Ich musste etwas schmunzeln über das Häkeläpfelchen, genau so sah das bei mir auch aus! Ich finde deinen Mix aus selbst genähtem und hochwertiger Kaufkleidung optimal. So ist auch mein Plan, der teilweise schon gefruchtet hat. Früher durfte ein Oberteil bei mir nicht sehr teuer sein, dafür habe ich viel gekauft. Nun ist es weniger, ausgewählter und es darf auch mal teurer sein – allerdings kein “Jersey-Fetzen” der sich nach zwei Mal waschen verzieht!! Und auch 2014 ohne Oberteile… aber 2 Monate sind ja schon um :-).
    Danke für den tollen Post, und deinen Anstoß meinen Kleiderschrank mal wieder ordentlich auszumisten!!!
    Liebe Grüße
    Veronika

  7. Ms Fisher sagt:

    Liebe Elke, auch mein Kleiderschrank sieht mager aus .. aber dafür auch schöner, oder? Ich zumindest weiß, dass ich nur noch wirklich passende Kleidungsstücke vorfinde und all die “Ladenhüter” nicht mehr zu finden sind.

    Ein ganz wichtiger Punkt, an dem ich nun auch angekommen bin: Ich möchte mehr hochwertige Stoffe verwenden, damit ich mich lang an meinen Sachen erfreuen kann. Viele billige Stoffe lösen sich leider schon auf .. aber merkwürdigerweise doch nicht so schnell wie die gekauften, oder?

    Ich mag Deine Idee, ein Vorher-Nachher-Bild zu zeigen. Ist schon toll, wie professionell man mit der Zeit wird, oder?

    In Zukunft möchte ich nun noch mehr Zeit in eigene Schnitte investieren, um auch da das Frustpotential zu minimieren 😉

    Liebe Grüße und bis nächste Woche zu Farben und Mustern. Ich bin schon auf alle die Beiträge gespannt!

    Sindy

  8. Elsa sagt:

    Liebe Elke,
    erst einmal Hut ab, wie konsequent du deinen Vorsatz durchhältst – ich glaube, ich wäre an der Lieblingsjeans gescheitert….:(
    Die Entwicklung, die du beschreibst, kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich bin manchmal ein bisschen frustriert von der Tatsache, dass ich ab und an eine Reihe von “Misserfolgen” bei der Schnittwahl habe und sich die Schnitte als für mich ungeeignet herausstellen. Aber es ist ja auch immer ein Schritt in die Richtung, dass man herausfindet, was denn wirklich passt.
    Liebe Grüße
    Elsa

  9. julimond sagt:

    Ich finde deine Konsequenz auch höchst bemerkenswert und wäre ebenfalls spätestens bei den Jeans schwach geworden!
    Ansonsten komme ich auch schon ca. 1/2 Jahr ohne Kleiderkauf, aber viele Stoffkäufe, ganz gut über die Runden.
    Deine “Nachfolgestücke” schauen allesamt viel besser aus als die Ersteren, ich glaube die meisten von uns tendieren am Anfang zu übertriebener Buntheit.
    Ich freue mich schon auf deinen nächsten Beitrag!
    Herzliche Grüße
    Karin

  10. Fröbelina sagt:

    Elke, also für mich triffst du den Nagel auf den Kopf: es darf für mich nicht nach selbstgemacht aussehen! Ich gehe sogar soweit und sage: das ist ein Fehler den viele machen (mich selbst natürlich eingeschlossen), sich von den bunten Stoffen verführen zu lassen. Gerade am Anfang möchte man gerne alles ausprobieren und ist überwältigt von Möglichkeiten. Ich glaube das ist bei vielem so, Leute die irgendwas richtig gut können die übertreiben halt nicht.
    Deine Klamottenschrankentscheidungen kann ich ganz gut nachvollziehen bis auf das grüne Shirt, das finde ich vollkommen okay und die Farbe finde ich für dich auch gut. Ich finde auch dass dir so Erdfarben oder wie auch immer die heißen gut stehen! Und Blautöne kann ich mir gut vorstellen 🙂
    Schöner Post auf jeden Fall 🙂 Bei dir fühlt man sich immer so zur Interaktion aufgefordert, schön 🙂
    Liebe Grüße
    Katharina

  11. BuxSen sagt:

    Liebe Elke!

    Seit ich selber für mich nähe und einen Großteil meines Shopping-Geldes für Stoffe ausgebe, habe ich irgendwie gar keine Lust mehr, teure Klamotten zu kaufen.
    Meist denke ich bei diesen ganzen flatterigen Blüschen und Tuniken: das kann ich auch selber machen.
    Bei einer Jeans (und dann auch noch die Lieblingsmarke) gäbe es bei mir aber keine Kompromisse.
    Allerdings kann ich verstehen, dass du jetzt einfach durchhalten möchtest- du hast es ja auch fast geschafft. Ich ziehe meinen imaginären Hut!
    Ich finde es schon super, wenn man gesagt bekommt “Wow, tolle Klamotte, wo hast du die denn her?”.
    Aber ich nähe alles, egal ob auffällig oder eher schlicht.
    Liebe Grüße,
    BuxSen

  12. Hallo Elke,

    Du hast meine absolute Bewunderung! Ein Jahr ohne Klamottenkauf…puh da bin ich noch weit entfernt…..freue mich, wenn ich irgendwas kleines nützliches an der nähmaschine schaffe.
    Das Shirt mit den Punkten finde ich super. Würde ich kaufen 😉

    LG
    Stephi

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