Jungs gegen Mädchen – wer ist stärker?

„Jungs sind wie Wasser, keine Farbe, kein Geschmack.
Wie ‘n Witz ohne Lacher, denk ich richtig drüber nach.

Das Lied „Mädchen gegen Jungs“ dröhnte in den letzten Wochen ständig durch unser Haus. Der Mittlere hat es aus der Schule mitgebracht. Und natürlich gefallen ihm die obigen Zeilen deutlich weniger als diese hier:

„Ihr Mädchen seid auf Instagram,
auf YouTube und im Bus.
Ihr labert ohne Pause, in der Pause meistens Stuss.
Über Kunst, über Jungs,
am liebsten über uns“

Das Thema „Mädchen gegen Jungs, Jungs gegen Mädchen“ zieht sich durch. Auch beim Großen. Es ist immer wichtig klarzustellen, dass Jungs besser sind als Mädchen, vor allem im Sport. Die Kleine sperrt die Ohren natürlich ganz weit auf und singt und rappt fleißig mit, bezieht aber noch keine Stellung.

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Mit 8 und bald 11, scheinen die Jungs in einem Alter zu sein, in dem man sich klar vom anderen Geschlecht abgrenzen möchte. Ich selber fand Jungs in der Grundschule nachher so doof, dass ich auf ein Mädchengymnasium gegangen bin.

Was ich so aus der Schule heute mitbekomme ist, dass die Jungs noch richtig spielen (Fangspiele, auf jeden Fall irgendwas mit Bewegung) und die Mädchen, schon teils in der Pubertät angekommen, beschäftigen sich mit Styling und Mode, sind gut in der Schule. Klingt stereotyp, oder? Aber so erlebe ich es momentan bei uns. Man merkt jedenfalls deutlich, dass die Jungs noch kindlicher sind.

Dass der eine null Interesse an Mode hat, habe ich ja hier schon erzählt. Der andere interessiert sich umso mehr dafür. Er durfte sich letztens im stoffbüro einen Stoff aussuchen weil er mit dem Wunsch nach schlabberigen oversized Achselshirts zu mir kam. Von den Motivstoffen kam nur der mit den BMX für ihn in Frage.

Für die Schlabbrigkeit hätte ich noch locker eine Größe zugeben können. Er ist aber auch mit dieser Variante soweit zufrieden.

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Kürzlich waren wir im Laden Tshirts kaufen. Ich nähe garnicht so viel, dass ich die ganze Familie ständig damit ausrüsten könnte und so muss ab und zu auch mal was gekauft werden. Da hat sich der eine gefreut.

Jedenfalls hatte ich so mal die Gelegenheit zu sehen, was ihm wirklich gefällt, denn wenn es ums Stoffe kaufen geht treffe meistens ich die Auswahl.

Daher war der Besuch im Laden für uns beide schön. Er konnte sich frei Tshirts aussuchen, wobei er schon angemerkt hat, dass er sich auch noch gerne benähen lässt. Er hat sich unter anderem für ein neonorange meliertes Shirt mit großem Aufdruck entschieden. Meine Gefühle dazu kannst du dir vielleicht vorstellen. Das Teil widerspricht komplett meinem Beuteschema, aber die Geschmäcker sind eben verschieden und meinen Gedanken, „Kind, damit siehst du so blass aus“ habe ich beiseite geschoben. Zuhause fand ich es dann eigentlich auch ganz cool und mit etwas Sommerbräune wird das schon. Beim Sport wurde er anscheinend schon mehrfach auf sein Shirt angesprochen. Jetzt trägt er es noch lieber. So langsam nimmt die mütterliche Einflussnahme ab, wichtiger wird jetzt, was die Kumpels sagen.

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Dabei muss ich sagen, dass er mit seinen 8 Jahren voll zu dem steht, was er trägt. Er lässt sich da auch nicht von seinem großen Bruder reinreden. Der lässt nämlich kein gutes Haar an seinem Look. Respekt also für soviel Standhaftigkeit.

Der Unterhemden/ Top Schnitt ist aus einer älteren Ottobre, genäht in 146. Beim nächsten Mal kann es dann schon locker die 152 sein für den gewünschten Oversize Look.

Den Kragen hat er sich immer mal wieder zu Tshirts gewünscht. Den findet man aber im Laden meistens nur bei Pullis. Wie gut, dass Mama nähen kann. Ich habe den Halsausschnitt abgemessen und ein Rechteck in der entsprechenden Breite zugeschnitten, zwei Knopflöcher (neon) rein, Tunnelzug abgenäht und an den Halsausschnitt angenäht. Ein neongelbes Band hatte ich natürlich nicht zur Hand, aber einen weißen Schnürsenkel, den ich mit der neongelben Siebdruckfarbe von Stoff und Stil gefärbt habe.

  1. etwas Wasser in eine Tasse
  2. Farbe nach Gefühl dazugeben
  3. den Schnürsenkel (am besten aus Baumwolle) darin baden
  4. den Schnürsenkel schön heiß bügeln zur Fixierung der Farbe

Das hat super funktioniert und passt perfekt zu den neonfarbenen Nähten. Diese fallen weniger auf als gehofft, da der Kontrast zum hellblauen Stoff nicht groß genug ist. Ich muss also meinen Neongarnvorrat aufstocken, damit ich neon covern kann.

Mit dem Shirt kann ich jetzt in Produktion gehen. Ich denke, das nächste wird einfarbig. Ich gehe dann mal Stoff in neonorange kaufen…

Herzliche Grüße,

Elke


 

Schnittmuster: Ottobre
Stoff: NOSH Bmx Aqua dieser Stoff wurde mir vom stoffbüro für diesen Post kostenlos zur Verfügung gestellt
Neongarn und Farbe: Stoff und Stil

9 thoughts on “Jungs gegen Mädchen – wer ist stärker?

  1. Ani Lorak sagt:

    Mädchen gegen Jungs – aus Bibi und Tina… Sei dankbar, dass Deine Tochter klein und Du nicht in den Film musstest… Meine wird 7 im Mai… Ja. Ich fand den Jungs und Mädelskram auch immer weitgehend anerzogen, aber das ist nicht so… Unsere Tochter hat bereits mit 3 über Jungs und Mädchenfarben referiert, Ihr Bruder damals 7/8 konnte damit nichts anfangen… während ich meiner Tochter nichts kaufen kann ohne Zustimmung und zwar seit Jahren… Hat Ihr Bruder erst vor 2 Jahren eigenen Style entwickelt… Dein Sohn hat Geschmack, Shirt mag ich…auch wenn Achselshirts eher bäh (Denke an 80er…schrecklich) sind… Jungs gegen Mädchen plärrt hier auch aus dem Player… Hilfe. Abgrenzung gehört dazu, um sich zu finden…

    1. Elke sagt:

      Liebe Ani,
      ich bin mir sicher, da werden noch genügend Filme in der Art in ein paar Jahren auf mich zukommen. Jungs wollen ja auch anders sein als Mädchen und umgekehrt.

  2. Lena sagt:

    Liebe Elke,
    was für ein cooles Shirt! Den Stoff mag ich sehr, hab ich hier letzte Woche auch vernäht in senfgelb. Dieses Mädchen-Jungs-Ding fängt bei uns jetzt schon an, dabei ist mein Sohn noch keine vier… Schade! Aber da kann man wohl wenig gegen machen…
    Beste Grüße und ich freue mich ganz ganz doll aufs Wochenende!
    Liebe Grüße, Lena

    1. Elke sagt:

      Liebe Lena,
      danke. Ja, ich weiß. Hier heißt es auch nur, das sei eine Jungsfarbe oder eine Mädchenfarbe… und soweiter. Woher kommt das?

  3. seelenruhig sagt:

    Warum denn GEGEN?? MIT ist viel besser!!

    1. Elke sagt:

      Da sagst du was!! Die Kinder sehen das momentan noch nicht so.

  4. Lee sagt:

    Mädchen? Kenne ich nicht! Oder so ähnlich klingt es bei uns…Absolut null Interesse…
    Das Shirt ist sehr cool oder krass geil oder so ähnlich 😉
    Liebe Grüße,
    Lee

  5. Heike sagt:

    Alle Achtung vor deinem Sohn! Dass er einen so eigenen Geschmack entwickelt und ihn von seiner Mutter umsetzten lässt- da fällt mir nur noch “Jungdesigner“ ein! 🙂
    Wir sind hier mehr oder weniger auf dem Land, und auch wenn sich die Geschlechter mit acht Jahren nicht mehr lieben, so gibt es doch noch einen sehr guten Zusammenhalt und ein Miteinander, über das ich immer wieder staune. Obwohl das Bibi&Tina-Lied natürlich auch hier hoch und runterläuft 😀 Hoffen wir, dass das noch eine Weile so bleibt.
    Herzliche Grüße, Heike *wink*

  6. Silvi sagt:

    Tolles Shirt. Toller Kerl. Das Thema ist beim Jüngsten noch nicht aufgekommen ( die Großen sind ja lange durch, da). Er ist seit mittlerweile 4 Jahren „verheiratet“. Leider wohnt die „Ehefrau“ jetzt in nem anderen Satdtteil, die Kinder sehen sich fast nie. Doch gestern hat er mir verkündet das er sie auf alle Fälle zum Geburtstag einlädt, er will sie ja mal wiedersehen. Klingt also noch nicht nach Jungs gegen Mädchen oder er macht ne Ausnahme.
    LG Silvi

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