Wie du eine gute Farbberatung findest


Was ist eine Farbberatung?

Eine Farbberatung beantwortet die Frage nach den Farben, die dir am besten stehen. Mittels farbiger Tücher, die dir nach einem bestimmten System umgelegt und wieder weggezogen werden, erkennst du gemeinsam mit der Farbberaterin schnell, welche Farben dir stehen und welche nicht. Bei einer Farbberatung musst du ungeschminkt sein und idealerweise ist deine natürliche Haarfarbe (zumindest am Ansatz) sichtbar, denn bei einer solchen Beratung geht man immer von den natürlichen Eigenfarben aus, also der Haar-, Augen- und Hautfarbe. Bei einer Farbberatung sitzt du vor einem Spiegel, der mit Tageslichtlampen ausgeleuchtet wird um ein möglichst akkurates Ergebnis zu erhalten.

Die Farbberaterin steht hinter dir und legt die Tücher. Zu Beginn der Beratung musst du dich erst einmal reinschauen in die Farben und wie diese auf dein Gesicht wirken. Besonders wirksam sind Vergleiche von Farben. Wenn z. B. eine Abfolge von blauen Tüchern in unterschiedlicher Helligkeit gelegt wird, erkennst du schnell, welche Farben zu hell oder zu dunkel sind. 

Farbberatung_Elle_Puls

Eine Farbberatung brauchst du normalerweise nur einmal im Leben zu machen, da sich dein Farbtyp nicht verändert. Es kann allerdings sein, dass die hellen Haare aus der Jugend später nachdunkeln oder dass sie im Alter ergrauen. Da die Haut- und Augenfarbe ein unveränderliches Kennzeichen ist, kann es höchstens sein, dass sich die Helligkeit der besten Farben verändert, aber nicht die Farben an sich. So bin ich zum Beispiel nachgedunkelt von meinem 18. bis zum 40. Lebensjahr. Ich sehe mich mit der Zeit wieder heller werden durch die grauen Haare, die ich bereits vereinzelt habe.

Als Einkaufs- und Stylinghilfe erhält man nach der Farbberatung einen Farbpass, der die besten Farben widerspiegeln sollte.


Welche Farbtypisierungen gibt es?

Bestimmt hast du schon mal den Begriff "Sommertyp" gehört. Frühling, Sommer, Herbst und Winter, diese Farbtypen benennt die klassische 4-Jahreszeiten-Typisierung. Jeden dieser 4 Farbtypen zeichnen bestimmte äußere Eigenschaften aus, die mit entsprechenden Farben unterstrichen werden können. Wenn du dir die Menschen aus deinem direkten Umfeld mal genauer anschaust, dann wirst du schnell sehen, dass wir alle sehr unterschiedlich aussehen und es schwierig ist, alle Menschen in 4 "Farbtöpfe" aufzuteilen. Nicht umsonst wurden die Farbtypen immer weiter ausdifferenziert z. B. in Sommer-Winter-Mischtyp oder sowas wie "heller Sommer", "mittlerer Sommer", "dunkler Sommer", etc.

Das 4-Farbtypen-System nach den vier Jahreszeiten

Das sogenannte 4-Farbtypen-System nach den vier Jahreszeiten bildet sozusagen die Grundlage der Farbberatung, die auf dem Farbkreis von Johannes Itten basiert.  Itten benannte die Farbgruppen nach den 4 Jahreszeiten. Richtig "erfunden" wurde das Prinzip der Farbberatung in Kalifornien. Daher sind die Sommerfarben auch so zart und eher verwaschen, weil sie die Farben des Sommers in Kalifornien widerspiegeln und nicht die Farben des deutschen Sommers. 

Das 4-Farbtypen-System

Frühling: Die Farben des Frühlings entsprechen dem Aufblühen der Natur. Alles ist knackig und frisch. Es wird wärmer. Entsprechend sind die Farben des Frühlings hell, leuchtend und warm, sprich gelb unterlegt. 

Sommer: Im Sommer sind die Farben oft dunstig (in Kalifornien), was sich in den abgegrauten, helleren Farben der Sommerfarben wieder findet. Die Farben sind kühl, also blaugrundig. 

Herbst: Schau dir das Herbstlaub an un du kennst die Farben des Herbsttypen. Die Farben sind warm, eher dunkel. Vieles geht ins Braune. Die Farben sind gedeckt und gelbgrundig.

Winter: Kühl und leuchtend sind die Farben des Winters. Weiß wie Schnee, knallblau wie der Himmel. 

Um Kunden nach der Beratung einen Farbpass mit an die Hand geben zu können, ist eine gewisse Kategorisierung natürlich sinnvoll. Jedoch habe ich mittlerweile gelernt und auch selbst erfahren, dass die Typisierung in 4 Jahreszeiten zu einfach gedacht ist.


Das 9-Farbtypen-System

Das oben erwähnte klassische 4-Farbtypen-System wird um 5 Zwischentypen erweitert.

Mit diesem System ergibt sich bereits eine differenziertere Farbberatung, die auf den Typen Frühling, Sommer, Herbst und Winter basiert. Zwischen diesen Typen liegt jeweils eine weitere Farbfamilie. 

Das 12-Farbtypen-System

Bei dieser noch differenzierteren Analyse wird mit 3 Parametern gearbeitet: der Helligkeit, Temperatur und Intensität der Farben. Dieses System wird auch Flow-System genannt. Der Frühling fließt in den Sommer, der Sommer in den Winter, usw.

Bei allen oben genannten Systemen erhältst du in der Regel einen standardisierten Farbpass. 

Farbberatung mit individuell gestaltetem Farbpass

Wie beim 12-Farbtypen-System arbeite ich mit 3 Parametern:

- Helligkeit: wie hell oder dunkel sollten die Farben sein
- Intensität: wie leuchtend oder gedeckt sollten die Farben sein
- Temperatur: wie warm (gelbgrundig) oder kühl (blaugrundig) sollten die Farben sein

Eine Farbanalyse dauert bei mir ca. 3 Stunden und ich arbeite gemeinsam mit meiner Kundin die besten Farben heraus. Ich gestalte den Farbpass anschließend ganz individuell mit den besten Farben, den besten Farbkombinationen und Akzenten. Da bei jedem Menschen das Zusammenspiel der Parameter unterschiedlich ausfällt, sieht auch kein Farbpass 100% gleich aus. Wenn z. B. grün nicht gut aussieht, kommt es auch nicht in den Farbpass mit rein. Bei standardisierten Pässen sind immer alle Farben mit dabei. 


Warum eine Farbberatung Sinn macht

Farbberatungen werden oftmals als Zusatzdienstleistung in Friseur- und Kosmetiksalons, aber auch bei Fotografen angeboten. In vielen Branchen rund um Styling und Aussehen ist die Farbtypisierung ein Thema. Frauen, die sich gut kleiden und schminken möchten sollten wissen, welche Farben ihnen stehen. Sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext wirkt man mit den richtigen Farben authentischer und sieht gleich besser aus ohne viel Make-Up tragen zu müssen.

Vorteile einer Farbberatung:

- Eine Farbberatung gibt Sicherheit bei der Farbauswahl und erleichtert das Shoppen.
- Wer nach seinem Farbpass einkauft, wird es leichter haben, Outfits zu kombinieren. 
- Man muss sich weniger von Modetrends leiten lassen
- Die Garderobe wird langlebiger, weil die Farben einem immer stehen
- Beim Friseur, beim Shoppen muss man sich nicht mehr auf unqualifizierte Beratungen verlassen
- Weniger Fehlkäufe, was langfristig Geld spart


Was zeichnet eine gute Farbberatung aus?

Ich habe bisher zwei verschiedene Farbberatungen mitgemacht. Eine in 2014 wo eine Typisierung nach 10 Farbtypen gemacht wurde und in 2018 im Rahmen meiner Ausbildung zur Farbstylistin bei Imago Berlin. Der entscheidende Unterschied liegt aus meiner Sicht darin, dass die Beratung bei Imago viel individueller war. Es ging nicht darum, mich einer bestimmten Schublade zuzuordnen, sondern ganz einfach die Farben herauszufiltern, die mir am besten stehen und einen Farbpass zu gestalten, der dieses Gesamtbild harmonisch widerspiegelt.

Wenn man die beiden Farbpässe vergleicht, sieht man den Unterschied. Im ersten Sommerpass waren alle Farben enthalten, die dem Sommertyp stehen sollen. Meine Beraterin damals sagte mir, dass mir die dunkleren Farben der Palette besser stünden, was ich bei Imago (und beim Blick in den Spiegel) bestätigt fand. Der grundlegende Unterschied ist, dass mein zweiter Farbpass unbunt und insgesamt dunkler ist. Damit kann ich mich auch besser identifizieren. Ich fand diese Beratung differenzierter und mag den Farbpass, der die auch gute Kombinationen spiegelt. 

Farbpass Farbberatung Sommertyp

Ich würde bei der Auswahl einer Farbberatung auf folgende Punkte achten:

  • Dauer der Beratung (bei einer längeren Beratung 2-3h, erkennst du selbst besser, welche Nuancen am besten zu dir passen)
  • Anzahl Tücher (eine größere Auswahl an Tüchern erlaubt eine genauere Bestimmung der Farben in punkto Helligkeit, Intensität und Temperatur)
  • individueller Farbpass, der auf deine besten Farben angepasst wird
  • wenn das Thema Make-Up für dich wichtig ist, dann schau, dass du auch dazu eine Kurzberatung erhalten kannst

Da du bei einer Farbberatung länger mit der Beraterin zusammen bist, sollte schon eine gewisse Sympathie da sein. Ich würde mir die Webseite genauer anschauen, z. B. danach wie transparent die Preise sind und zusätzlich anrufen um noch ein paar Fragen zu stellen. Anhand der Stimme und des Gesprächsverlaufs kannst du schon einen Eindruck von der Person bekommen und entscheiden, ob du die Beratung dort machen möchtest oder nicht. 

Stiftung Warentest hat mal Farb- und Stilberater getestet und dabei diesen Warnhinweis gegeben: 

"Manche Berater wahren die Grenzen zur Therapie oder zum professionellen Coaching nicht. Achtung bei Themen wie „Farbheilung“ oder „Selbsterfahrung“ – die haben bei einer Farb-, Stil- oder Imageberatung nichts zu suchen. Die sollte sich aufs äußere Erscheinungsbild, nicht auf innere Prozesse konzentrieren."


Was kostet eine gute Farbberatung?

Ich habe bei meiner Recherche im Netz eine Preisspanne von 55-250 Euro gefunden. Da Farbberater/in keine geschützte Berufsbezeichnung ist, und offiziell keine Ausbildung erfordert, kann sich jeder, der möchte, so nennen und die Beratung auch individuell gestalten.

Wer in dem Bereich professioneller arbeitet, wird sich seines Wertes bewusst sein und dadurch einen angemessenen Preis verlangen. Da eine solche Beratung einmalig ist, sollte man hier nicht am falschen Ende sparen. Jeder Farbberater trägt eine Verantwortung, denn die Kunden verlassen sich auf das Ergebnis und richten ihre Garderobe entsprechend aus, investieren in sich. 


Hast du Angst, dass dir andere Farben besser stehen als du aktuell trägst?

"Was, wenn bei mir Farben rauskommen, die ich gar nicht tragen will?". Ich habe schon oft gehört, dass Frauen lieber keine Beratung mitmachen wollen, auch wenn sie es grundsätzlich interessant finden. Sie haben Sorge, dass ihnen zu Farben geraten wird, die sie nicht mögen. Wenn die Beratung gut gemacht wird, siehst du selber, welche Farben gut an dir aussehen und welche nicht. Meine Kundinnen sagen dann schon mal: "Ich hätte nicht gedacht, dass Farbe xy so gut an mir aussieht!".

Es ist ganz normal, dass sich nicht jeder sofort auf die neue Farbe stürzt, sondern die Beratung erst einmal sacken lassen möchte. Du kannst eine neue Farbe mit einem Tuch oder einem T-Shirt austesten, das du unter einer offenen Jacke trägst. So blitzt die Farbe erst mal dezent heraus und du kannst dich an sie gewöhnen. Wie du im unteren Bild siehst, werde ich mich demnächst mal an lila heranwagen. Eine Farbe, von der mir bisher nicht klar war, dass sie mir gut steht.

Aber grundsätzlich macht eine Farbberatung nur Sinn, wenn du neugierig auf deine besten Farben bist und eine positive Veränderung anstrebst. 


Wie wendest du den Farbpass an?

Ein Abgleich mit den vorhandenen Farben im Kleiderschrank macht Sinn. Hast du gesehen, dass dir eine bestimmte Farbe, die du im Schrank hast, nicht zu Gesichte steht? Diese wirst du vermutlich schnell aussortieren, zumindest wenn sie direkt am Gesicht getragen wird. Wenn du einmal gesehen hast, dass eine Farbe wirklich nicht gut an dir aussieht, dann kannst du es nicht mehr "ent-sehen". Wer möchte schon absichtlich Farben tragen, die einem nicht stehen?

Wenn du die Farben in deinem Farbpass als ungewohnt empfindest, dann lass dich langsam darauf ein. Trage neue Farben als Akzent um dich mit ihr anzufreunden. Das kann in Form von Schmuck, Tuch oder einem unter einer Jacke getragenen Shirt sein.


Kann ich mich auch selbst analysieren?

Bis zu einem gewissen Punkt kannst du dich selber einschätzen. Im Netz findest du viele Tests zu dem Thema. Solche Tests bringen Spaß, führen aber nicht unbedingt zum gewünschten Erfolg. Vor meiner ersten Beratung habe ich auch verschiedene Tests ausprobiert, die mich aber eher unzufrieden zurückgelassen haben. Dass ein Online-Test mit 5 Fragen eine persönliche Beratung nicht ersetzen kann ist schon klar, aber wenn natürlich bei verschiedenen Tests verschiedene Ergebnisse heraus kommen, weißt du ja noch weniger, wohin die Reise gehen soll. 

Du kannst dich selbst besser einschätzen, indem du dir die Helligkeit deiner Eigenfarben genauer anschaust. Wenn deine Haare und Augen eher mittel von der Helligkeit her sind, dann passen vermutlich auch mittlere Farben am besten. Probiere es mal aus. 

Genauso kannst du mit Stoffen oder Kleidungsstücken testen, ob leuchtende Farben zu deinen Eigenfarben passen oder ob sie dich überstrahlen. Machen dich zarte Farben blass? Experimentiere vor einem Spiegel und bei Tageslicht. ​


Möchtest du mehr darüber wissen?

Wenn du Lust bekommen hast, herauszufinden welches deine besten Farben sind, dann lade ich dich ein bei meiner kostenlosen Farbenwoche mitzumachen.

Du kannst dich bis zum 28.1. hier anmelden.

Wenn du Interesse an einer persönlichen Farbberatung (Raum Berlin-Brandenburg) hast, dann schreib mir gerne unter elke@ellepuls.com. 

4 thoughts on “Wie du eine gute Farbberatung findest

  1. Jacky sagt:

    Ich habe auf deine Empfehlung die Farb- und Stilberatung gemacht, auch wenn die Auswertung nicht ganz eindeutig war, hat es mir einiges gebracht, dass Farben die eigentlich nicht mein Schema sind, garnicht so schlecht aussehen und auch mal weicher… also ich bin begeistert und habe es nicht bereut.
    Liebe Grüße Jacky

  2. Mareike sagt:

    Hallo Elke,
    vielen Dank für Deine unterhaltsamen und spannenden Themen.
    Die Farbberatung interessiert mich wirklich. Verstehe ich es richtig, dass Du zum einen eine Farbberatung bei Frau Zens gemacht hast (linke Farbkarte in diesem Blog) und im Rahmen Deiner Ausbildung bei Komod die rechte Farbkarte erstellt wurde, welche Deiner Ansicht nach besser zu Dir passt? Dieser Ansicht bin ich auch… ;o)
    Würdest Du Komod weiterempfehlen?
    Liebe Grüße
    Mareike

    1. Elke sagt:

      Hallo Mareike,
      genau, ich habe zwei mal eine Farbberatung mitgemacht. Marion Zens fand ich sympathisch und sie hat sich Zeit für mich genommen. Im ersten Schritt war der standardisierte Farbpass gut um mich zu orientieren. Aufgrund der Arbeit mit den 3 Parametern, die ich in der Ausbildung gelernt habe, bin ich natürlich von dieser sehr differenzierten Herangehensweise überzeugter.

      1. Mareike sagt:

        Danke Dir!

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