Hauptsache „von der Nadel gehüpft“ – Wie Instagram die Altkleiderproduktion befeuert

Naeh deinen Stil

“Da sind mir eben 3 Ellas von der Nadel gehüpft!”. Kennst du diesen in der Näh-Szene beliebten Begriff? “Von der Nadel gehüpft” steht für leicht und schnell genähte Teile. “Ella” steht hier stellvertretend für diese leicht zu nähenden Schnittmuster, bevorzugt aus Jersey. Denn Jersey verzeiht vieles aufgrund seiner Elastizität. Damit sind diese Näh-Projekte prädestiniert für die Massenproduktion. Da ich hier über das Hobby Nähen schreibe, sind mit Massenproduktion keine Fabriken in Bangladesh gemeint, sondern am häuslichen Nähtisch genähte Kleidungsstücke. Da sich das Nähen gerade sehr großer Beliebtheit erfreut und damit (zu) viele Shirts “von der Nadel hüpfen”, sehe ich das schon als Massenproduktion an, denn das Ergebnis ist ähnlich: Es hängen und liegen zu viele Kleidungsstücke in unseren Schränken, die kaum getragen werden.

Was hat Instagram damit zu tun?

Immer mehr Hobbynäherinnen melden sich bei Instagram an um den Prozess und die Ergebnisse ihres Hobbys zu teilen. Aktuell gibt es 1,2 Mio Beiträge zum Hashtag #nähen. Mit steigender Tendenz. Das ist doch toll! So viele Gleichgesinnte, mit denen wir uns über unser geliebtes Hobby austauschen können. Unbedingt! Ich liebe es!

Ich beobachte allerdings auch, dass das für viele zu viel Inspiration ist und sie sich ein Stück weit selbst verlieren, weil sie ihren Vorbildern zu sehr nacheifern oder vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen. Das führt dazu, dass Teile genäht werden, die der anderen Frau bei Instagram super stehen. Der ANDEREN Frau wohlgemerkt. Denn du bist nicht die andere Frau, sondern du selbst und ich möchte, dass du DEINEN Stil nähst und nicht den einer anderen Frau.

Die Kunst bei der Inspiration ist, dass du dich selbst gut genug kennst um zu wissen, wo du mitgehen und welchen Trend du auslassen kannst. Und wie du dir etwas Gesehenes zu eigen machen kannst. Dass dies nicht sofort gelingt, weiß ich aus eigener Erfahrung und das sehe ich ja auch bei den Kursteilnehmerinnen meiner “Näh deinen Stil” Kurse.

Wenn du deine Farben, deine Proportionen und damit deine Schnittformen gut kennst, dann hast du eine solide Basis, mit der du Kleidung nähen kannst, an der du lange Freude haben wirst.

Muss täglich etwas “von der Nadel hüpfen”?

Die Likes, die man auf Social Media für ein Foto bekommt, führen zu einer Dopamin-Ausschüttung, die wiederum dazu führt, dass wir uns gut und anerkannt fühlen. Dieses Gefühl wollen wir immer wieder haben. Deswegen können Social Media eben auch süchtig machen. Um immer wieder Likes auf Näh-Fotos zu erhalten, muss natürlich auch genäht werden! Und wie kommen wir schnell zu einem solchen Foto? Indem wir ein schnelles Projekt “von der Nadel hüpfen” lassen.

Bei den Nähcamps höre ich oft, dass die Stoffregale der Teilnehmerinnen sehr voll sind, sie aber dennoch der Verlockung, neue Stoffe zu kaufen, nicht widerstehen können. Nicht umsonst gibt es den Spruch: “Stoffe kaufen und nähen sind zwei verschiedene Hobbies”.

Ein Grund mehr also für Stoffproduzenten und -händler immer neue Designs und Qualitäten auf den Markt zu werfen. Verständlich aus Unternehmersicht. Stoff ist ein Verbrauchsmaterial und mit limitierten Auflagen schüren sie das Kaufverlangen.

Und gleichzeitig entsteht so eine immer größere Belastung für die Umwelt, obwohl wir mit dem Selbernähen doch besser sein wollen als die Fast Fashion Industrie! Aber wer soll die vielen Kleidungsstücke tragen, die in so großen Mengen so schnell produziert werden?

Bei Instagram folge ich Frauen, die fast täglich, aber zumindest mehrmals die Woche neue selbst genähte Kleidungsstücke zeigen. Irgendwann platzt der Schrank und was passiert dann mit den Kleidungsstücken? Im Idealfall werden sie verschenkt oder verkauft in den nächsten (möglicherweise auch schon übervollen) Kleiderschrank.

Ist selbst Genähtes im Altkleidersack besser als Gekauftes?

Gebrauchte Kleidung zu verkaufen kann sehr mühsam sein, wenn man keine Flohmarkt-Biene oder Ebayer ist. Der Weg in den Altkleidersack ist der schnellste und einfachste für Verbraucher. Und da nehme ich mich nicht aus. Auch in unserem Haushalt landen Kleidungsstücke im Altkleidersack. Vorher sind aber die meisten Kindersachen bereits weiter verschenkt und ich stecke auch nur gut erhaltene Sachen rein, damit ein Weiterverkauf für die gemeinnützigen Organisationen oder ein Recycling auch möglich ist. Denn je schlechter die Qualität der Altkleider und je mehr Polyester darin enthalten ist, desto schwieriger bis unmöglich wird das Recycling.

Der Altkleidersack macht keinen Unterschied zwischen Billigware aus Bangladesh und der vom heimischen deutschen Näh-Tisch. Deswegen lohnt es sich auch immer, in hochwertige Stoffe zu investieren. Einerseits für dich selbst, aber andererseits eben auch um einen Weiterverkauf bzw. ein Recycling zu ermöglichen.

“Wenn sich die Zusammensetzung [von Altkleidern] weiter kontinuierlich verschlechtert, wird das mit Sicherheit Auswirkungen auf die Preise haben, weil Recycling kein kostendeckendes Geschäft mehr für die Textil-Recycler ist.” Damit werden die Sachen irgendwann gar nicht mehr recycelt werden. Quelle: MDR

Fazit

Ich möchte dir weder das Nähen noch Instagram madig machen, sondern dich zum Nachdenken anregen. Je besser du deinen Stil kennst und diesen gekonnt umsetzen kannst, desto weniger Ausschuss wirst du beim Nähen und Shoppen haben. Lass dich bei Instagram und Co. inspirieren, aber frage dich immer, ob diese Inspiration zu dir passt oder wie du sie passend für dich machen kannst. Frage dich immer, ob du kaufst, weil du es wirklich brauchst und möchtest oder weil du manipuliert wirst.

Wenn du dich gut kennst und darauf hörst, weißt du auch welche Trends du auslassen solltest

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75 thoughts on “Hauptsache „von der Nadel gehüpft“ – Wie Instagram die Altkleiderproduktion befeuert

  1. Nadine Strickfrau sagt:

    So viel Wahrheit in einem Beitrag…das hast du ziemlich gut zusammengefasst!
    Um den „Inspirationsoverload“ bei Instagram zu vermeiden und nicht immer das Gefühl zu haben, im Zugzwang zu sein, folge ich dort nur noch ganz wenigen Leuten. Nicht, weil mich die Posts der anderen nicht interessieren, sondern aus reinem Eigenschutz. 🙂
    Und wenn mir ein genähtes Teil gefällt, dann speichere ich mir das Bild ab und schau es mir ein paar Tage später noch einmal mit anderen Augen an. Meistens fällt es dann aus den Bookmarks wieder heraus. 😉

    1. Elke sagt:

      Liebe Nadine,
      das mache ich auch so. Ich entfolge vielen Accounts zum Selbstschutz. Das hast du gut formuliert. Es gibt tatsächlich Menschen, die genau verfolgen wer ihnen entfolgt. Verrückt.

      1. Helga sagt:

        Ich finde Deinen Beitrag ausgesprochen anregend. Ich weiß wieviel Stoffe ich in meiner Nähkammer lagere. Da meine Nählust mit Patchwork begonnen hat, verwende ich natürlich die kleinen Reste auch für Kinderkleidung und Applikationen und der Zuschnitt ist sehr bedacht. Ich bin ein Freund von alten Stoffen . In Kombination mit einem Modernen läßt sich ein tolles Stück nähen. Ich finde gerade Stoffe haben ihre Geschichte. Mache weiter so.

    2. Helga sagt:

      Also- mir hüpft gar nichts von der Nadel, bzw. als begeisterter Strickerin, von den Nadeln. Ich brauche ausreichend Zeit, um für mich im doppelten Sinn „Passendes“ (einmal ist gute Passform gemeint und einmal Stücke, die zu mir passen) herzustellen. ich möchte gerade meine selbst hergestellten Kleidungsstücke gerne möglichst ordentlich und aus einem hochwertigen Material arbeiten, da ja zu dem Geld für das Material auch noch die Zeit fürs Nähen/ bzw. Stricken anfällt. Der Gedanke der Nachhaltigkeit durch langes Tragen können dieser Kleidungstücke wird fürmich immer wichtiger. Leider wird nicht immer alles so perfekt, wie ich es mir vorstelle und manchmal passt ein Teil nicht wirklich zu mir, doch es tut mir dann doppelt leid,es in die Kleidersammlung oder ins Sozialkaufhaus zu geben. Das hört sich jetzt fast so an, als trüge ich einen Heiligenschein …… aber tatsächlich gebe leider schonmal reiner Kauflust nach….. bei Stoffen, bei Wolle und auch bei fertiger Kleidung, aber je länger ich nun schon über mein Konsumverhalten nachdenke, umso weniger wird es.

      1. Martina sagt:

        Also ich bin gelernte Schneiderin bin 51 und übe meinen Beruf schon seit meiner Lehre aus.
        Mir hüpft hat nichts von der Nadel.
        Ich mag mir die Bilder gar nicht mehr anschauen, weil es mich nervt.
        Hab schon einige selbstgenähte Teile „die so einfach von der Nadel gehüpft sind“ zur Reparatur in den Hand gehalten. Muss sagen, von weitem angeschaut ein „schöner Anblick“ tolle Farb und Stoffkombinationen….aus der Nähe und von innen betrachtet……Wahnsinnig schlampig.
        Was wird denn schon großartig genäht? Pumphosal Shirts Röcke…Rechteck mit Jerseybund. Keine Kunst.
        Hatte schon Kundschaften die meinten dann das ist so einfach das können’s selber und kostet dann nichts. Ende vom Lied… Ich hatte dann ein zernähtes Teil in der Hand mit 1001 Ministichen weil es doch nicht spooo einfach ist
        Umsonst hab ich keine Lehre gemacht

        1. Rokk sagt:

          Hallo Martina, Du sprichst mir aus der Seele. Lg Rokk

    3. Tina sagt:

      Super Beitrag, Da kann ich nur zustimmen – und das tröstet mich jetzt, daß ich nicht jede woche ein Teil fertig bekomme.
      Nebenbei, jetzt suche ich wie man die kleine Taschentuch-Tasche im MännerJacket näht. Am liebsten ein video, Buch habe ich schon, erfolglos versucht. 🙂 Bei fb bin ich nicht (mehr). Die sammeln zu viel über mich und machen mich dadurch angreifbar und manipuliebar.

  2. Super, dass du dieses Thema aufgreifst! Ich finde die Entwicklung auch sehr bedenklich… Wenn jeden 2. Tag ein neues Kleid gezeigt wird, stellt sich die Frage, wer das braucht. Ständig gibt es neue Stoffe, die man unbedingt haben muss. Das Foto einer Stofflieferung bekommt z.b. hunderte Likes in einer FB-Gruppe, eine schöne, handwerklich aufwändige Arbeit bleibt oft im 2stelligen Bereich.

    Ich habe vor 6 Jahren das Nähen wieder entdeckt, und dabei hat mich am meisten fasziniert, dass man aus einfachen Dingen schöne, individuelle Sachen machen kann. Upcycling war auf vielen Blogs Thema… und dann ging irgendwie alles in eine ganz andere Richtung… Mit der DSGVO verschwanden auch noch viele kleine Blogs, übrig blieben die kommerziellen, und da wollen viele was verkaufen.

    Die Beschäftigung mit dem eigenen Stil ist sicher hilfreich, um nicht mehr so viel unnötiges zu produzieren, aber die meisten wollen eben anscheinend immer die neuesten Stoffe und Schnitte haben, denn nur so gibts auch die Anerkennung durch Herzchen und Däumchen. Über Nachhaltigkeit wird da nicht groß nachgedacht. – Umso wichtiger, das auch mal wieder in Frage zu stellen!
    Liebe Grüße! Kerstin

    1. Elke sagt:

      Hallo Kerstin,
      Danke für deinen Kommentar. Es ist natürlich auch sehr verführerisch, was einem da ständig in Social Media auf dem Silbertablett serviert wird an Stoffen und Kurzwaren! Daher umso wichtiger sich selbst gut zu kennen oder einfach weniger Accounts zu folgen um einfach weniger überflutet zu werden mit Fotos und Angeboten.

  3. Ina sagt:

    Du sprichst mir aus der Seele! Bei mir selber habe ich diesen unschönen „will ich auch haben“, „muss ich auch machen“-Reflex zwar schnell als unangenehm und wenig nachhaltig erkannt und entsprechend gegen gesteuert (weniger Profile/Seiten folgen). Ich hoffe aber, dass du vielen anderen Näherinnen einen Denkanstoß liefern kannst.
    Liebe Grüße Ina

    1. Elke sagt:

      Hallo Ina,
      das klingt ja gut, wie du damit umgehst.

  4. Michaela sagt:

    Genau so ist es und ich habe mich von diesem „Zwang“ befreit. Ich habe leider auch noch sehr viele Stoffe zu Hause liegen, aber diese sind mit Motiv und eher nicht für mich geeignet und da mein Kind mittlerweile 11 Jahre ist, mag das die das auch nicht mehr so wirklich 😉 Ich kaufe jetzt nur noch Stoff, den ich mit meiner Kleidung kombinieren kann, wo mir die Farben zusagen und wo ich mit Plan kaufe (und nicht auf Vorrat). Meinen Stil habe ich gefunden und muss unbedingt meinen Kleiderschrank aussortieren (da sind so selbstgenähte Leichen drin, die ich niemals anziehen würde)…aber der Zwang war da, Du verstehst. Bei mir hüpft übrigens nichts von der Nadel… schade eigentlich… 😉 LG Michaela

  5. Maggie Zavelberg sagt:

    Da bin ich ganz deiner Meinung!Mein Schlüsselerlebnis war ein selbstgenähter Pulli aus einem schönen, vermeintlich günstigen Noname-Stoff, der nach der 3. Wäsche total verpillt war. Seitdem kaufe ich Qualitäts-Stoffe! Denn auch wenn ich gerne nähe, möchte ich doch die Sachen öfter als 2 Mal tragen!
    LG,
    Maggie

  6. Ganz viel Wahrheit und schon lange mein Gedanke… es ist oft „Konsumrausch“ .Nicht zu vergessen das Produzieren von Designbeispielen für Stoffe und Schnitte… ich frage mich ja oft, wer soll das alles tragen?

  7. Starky sagt:

    Du hast so recht.
    Glücklicherweise passiert bei mir das Gegenteil, wenn ich die 6. Ella (um bei deinem Bild zu bleiben) in einer Woche gesehen habe, hab ich schon einen overload und mag den Schnitt überhaupt nicht mehr nähen.
    Es muss schon absolut „mein Ding“ sein, damit ich ihm überhaupt noch eine Chance gebe.

    Davon abgesehen, bin ich eine Nähschnecke. Ich nähe, damit mir die Klamotten besser passen als die gekauften, was bedeutet, der Trenner ist mein liebstes Hilfsmittel. Es wird geheftet, angepasst, getrennt und neu genäht. So entstehen vielleicht nicht viele Teile, aber die passen dann und sind idealerweise genau so, wie ich sie will.

  8. Du sprichst mir aus dem Herzen! Wenn ich den Ausdruck wo lese, stellt es mir immer die Haare auf……
    liebe Grüße von Ellen

  9. Britta Heitmann sagt:

    Ich bekomme schon Entenpelle bei dem Satz: „Von der Nadel gehüpft“. Bei mir hüpft nichts, weil dann ist entweder der Tisch locker, oder das Teil ist mit der heißen Nadel genäht – sprich husch husch zusammen getackert – und von der Qualität, wie wir sie tausendfach im Textildiscount kaufen können.
    Ein Kleidungsstück dauert bei mir manchmal ewig, bis ich den passenden Stoff in der meinem Farbtyp entsprechenden Farbe und Schnittform gefunden habe.

    1. Elke sagt:

      Hallo Britta, ich sehe gerade einen hüpfenden Tisch vor mir ;-). Ich denke auch oft, dass etwas mehr Sorgfalt vielen „von der Nadel gehüpften“ Teilen nicht schaden kann. Schön, dass du da so reflektiert herangehst.

  10. Claudia sagt:

    Du sprichst mir mit Deinem Post aus der Seele! Und zwar sowas von!!
    Ich beobachte das schon eine ganze Weile und die einzigen Worte, die mir derzeit zur „Nähszene“ einfallen sind Massenware und Einheitsbrei. Gefühlt sieht man überall das Gleiche. Die gleichen Stoffe und die immer gleichen Schnitte, genäht im Minutentakt. (Ja, mir ist klar, dass ich pauschalisiere! 😉 )
    Ich frage mich schon seit Längerem, wo denn die vielgepriesene Individualität, die man beim Nähen doch angeblich ausleben möchte, geblieben ist? Und wie sieht es wohl mit der Wertschätzung aus? Dem genähten Teil gegenüber, aber auch der eigenen „Arbeit“, die man investiert? Irgendwie drängt sich mir dabei immer unweigerlich das Bild auf, dass es Bangladesch mittlerweile nicht nur in Asien gibt…
    Bleibt zu hoffen, dass es wieder mehr Individualisten unter den NäherInnen werden, die sich nicht mehr für ein paar Likes selbst versklaven.
    Sorry für meine harten, zum Teil polemischen und ironischen Worte. Aber das musste mal raus… 8|

    1. Elke sagt:

      Hallo Claudia,
      ich denke, dass die Welle der Massen-Näherei irgendwann wieder abebben wird. Zumindest hoffe ich es!

  11. Inge sagt:

    Hallo Elke,
    gut geschrieben und so wahr!
    Bei mir „hüpft“ weder beim Stricken etwas von der Nadel noch beim Nähen etwas von der Maschine. Ich fand und finde diesen Hüpfausdruck nur bescheuert.
    Was mir auch so aufstößt, sind diese Jerseyschläuche, ohne jede Passform mit kindlichen Mustern und schnell zusammen getackert. Für mich hat das mit Schneidern und der Freude am Nähen wenig zu tun. Masse statt Klasse.
    Ich stricke und nähe gleichermaßen und beobachte denselben Trend auch beim Stricken.
    LG, Inge

    1. Elke sagt:

      Hallo Inge,
      ich glaube mittlerweile ebbt die Welle mit den kindlichen Jerseymustern für erwachsene Frauen ab, oder täusche ich mich? Vielleicht denke ich das aber auch nur, weil meine Kinder keine Kindermuster mehr tragen und ich mich daher auch nicht mehr damit beschäftige…

      1. Inge sagt:

        Hallo Elke,
        ich komme aus München und decke meinen Kurzwarenbedarf im ehemaligen Hertie am Bahnhof. Dort gibt es eine große Gondel mit Jerseystoffen für Mutter und Kind. Da trägt dann der Säugling dasselbe Muster wie die erwachsene Mama….
        Vielleicht fallen mir diese kunterbunten Muster nur deshalb so auf, weil ich ein „einfarbiger“ Mensch bin 🙂
        LG, Inge

  12. bärbel schwarz sagt:

    Wahre Worte! 1000x mal gezeigt, oft ist da was vergeigt, 1001 Naht, da fehlt meist guter Rat…
    Es MUSS dieser Stoff sein, egal ob er einem steht oder nicht, Schnittmuster mit fantasievollen Namen, die sich kaum ähneln, und yeaaah, ich hab mir dieses tolle Teil genäht, super einfach, da folgen noch mehr…. WARUM?
    Ich kaufe, also bin ich. Das konterkariert irgendwie die Idee des Selbernähens, denn es geht gar nicht mehr um eine EIGENE Idee, sondern ums Nachmachen. So ähnlich wie das Zusammenfügen vorgefertigter Teile beim Basteln. Oder das Anrühren einer Tütensuppe.
    Es ist beruhigend zu wissen, dass da draußen andere ähnlich denken. DANKE!

    1. Elke sagt:

      Hallo Bärbel,
      „egal ob er einem steht“, das ist tatsächlich ein Fakt, den ich häufig beobachte. Ich glaube schon, dass die meisten Frauen irgendwie wissen/spüren was ihnen steht. Durch die vielen Angebote, Trendstoffe lassen sie sich verleiten und nähen Sachen, die sie so im Laden nie gekauft hätten.

  13. Monika sagt:

    Gut geschrieben und wahre Worte liebe Elke! Sicherlich gibt es Teile die ich mehrmals nähe weil ich sie schön finde, aber sie erweitern auch meine Garderobe und werden nicht nur „einfach so“ genäht. Gerne habe ich mich früher von Rums oder MemadeMittwoch inspirieren lassen, aber auch da geht es bei vielen mittlerweile nur noch um Masse. Echt schade diese Entwicklung, dadurch geht viel an Individualität verloren. Mal sehen wie sich die Nähszene die nächsten Jahre entwickelt…

  14. Alisna sagt:

    Wenn alle mit den gleichen Schnitten und Stoffen nähen, hat das am Ende auch nur noch HundM Charakter, das haben wir schon vor 2-3 Jahren beim Kinderbekleidungsnähen festgestellt.
    Das besondere am Nähen, ist für mich die Individualität, ich kann mir einen blauen Rock nähen, auch wenn blau gerade gar nicht modern ist und es in den Geschäften nur rote Hosen zu kaufen gibt.
    Ich habe mich tatsächlich auch schon gefragt, was die, die so im Akkord nähen mit den ganzen Sachen machen, vieles wird dann nach einer kurzen Zeit zum Verkauf angeboten…
    Ich lasse mich durchaus gerne von Instagram inspirieren, ich habe auch gar nicht genügend Zeit alles zu nähen, was mir gefallen würde und so überlegt, Frau am Ende doch zweimal, ob ihr das gefällt und steht… Neue Trends, die mir gefallen, probiere ich einfach mal im Einzelhandel an und sehe dann meist auch recht schnell, steht und gefällt mir an mir, oder eben auch nicht.
    Viele Grüße
    Alisna

  15. Frau Atze sagt:

    Seit ich deinen Post zum ersten Mal gelesen habe geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Mir spricht er aus der Seele, habe ich mich doch oft gefragt, wie die anderen das immer in dem Tempo machen? Und dann hab ich irgendwie mitgemacht. Aber trotzdem viele Sachen für mich genäht, die zu bunt sind und nicht mein Stil. Mittlerweile bin ich völlig unsicher, was ich genau für mich nähen könnte und lasse es mal ganz. Das ist wohl der overload der ganzen Stoff- und Schnittmusterexpansion da draußen.
    Mach weiter so!
    Liebe Grüße Kati

    1. Elke sagt:

      Hallo Kati,
      wie schade, dass dich der Overload so komplett ausbremst. Und wenn du ein bewährtes Schnittmuster nimmst mit einem schönen Stoff und einfach ganz in Ruhe nähst? Vielleicht ist es aber auch gut eine Pause zu machen.

      1. Frau Atze sagt:

        So mache ich das – Pause, auf das die Muse von ganz allein zu mir kommt. Ohne Druck. In Ruhe 🙂

  16. Annegret sagt:

    Ein sehr wahrer Text, ich beobachte das auch. Wenn ich dann höre, dass manche im Kleiderschrank ihrer 8jährigen Tochter 50 selbstgenähte Kleider haben, frage ich mich, wie oft das Mädchen die wohl tragen wird, bevor sie raus gewachsen ist.
    Ich befürchte auch, dass dieser ganze Marie-Kondo-Hype der gerade herrscht das auch noch befeuert. Leute räumen freudig ihre Kleiderschränke aus und werfen weg, was ihr Herz nicht mehr erfreuen kann. Danach erfreuen sie sich etwas an ihrem jetzt leeren und aufgeräumten Kleiderschrank. Wo keiner wirklich ansetzt, ist die Ursache, warum der Kleiderschrank (oder sonstiges) überhaupt so voll war. Der Fokus liegt ja rein auf dem Lustprinzip. Was Freude bringt (sparks joy) ist es wert behalten zu werden. Also auch gekauft zu werden. Ergo stehen die Leute wahrscheinlich nach einem Jahr vor einem ähnlich vollen Kleiderschrank den sie dann wieder freudig ausmisten.
    Für viele ist Nähen/Stoffe kaufen aus meiner Sicht nur ein verschobenes Shopping-Hobby. Wer vorher viel und ziellos Kleidung gekauft hat, neigt leider auch dazu das später mit Schnittmustern und Stoffen zu tun und entsprechend viel zu nähen. Nicht nur Instagram auch die Community selbst trägt viel dazu bei. Jede Gelegenheit soll genutzt werden um neues zu nähen. Weihnachtskleid, Urlaubsgarderobe, Kleider für Ostern, Silvester etc. pp. Ich mag diese Sew Alongs auf der einen Seite schon, weil es immer was zu gucken gibt. Gleichzeitig frage ich mich auch: Wer braucht ein Weihnachtskleid? Oder jedes Jahr ein Weihnachtskleid? Aus meiner Sicht ist der einzige Weg gegen Fast Fashion, egal ob gekauft oder selbst genäht, diesen Drang nach ständig neuer Kleidung zu hinterfragen. Danke auf jeden Fall für deinen Beitrag.

  17. andrea sagt:

    Ein guter Beitrag, liebe Elke!
    Nachdem ich neulich feststellen musste, dass ich eindeutig genügend T-Shirts und Kapuzenpullis habe, gerne aber weiter nähen möchte, habe ich für mich beschlossen, einfach den nächsten Schritt zu gehen – Mantel, Jacken und Hosen. Erweitert deutlich meinen Näh- (und Anpassungs-) Horizont und geht definitiv nicht schnell. Slow-Sewing ist einfach toll.
    Stoffe kaufe ich zwar immer noch gerne, aber habe sehr früh festgestellt, dass Qualität wichtig ist und ich definitiv keine gemusterten Jerseys trage.

  18. Sonja sagt:

    Wie schön, dass du dieses Thema auch mal größer rausbringst! Ich habe einen wirklich kleinen Insta-Account. Der Grund ist offensichtlich, ich poste meist nur fertige Kleidung, die anscheinend nicht dem Massengeschmack entsprechen und bin nachhaltig unterwegs. Heißt, ich poste nicht täglich. Eine Weile hab ich darüber nachgedacht, man sieht ja, was andere so raushauen… hab mich dann aber auch für den hier beschriebenen Selbstschutz entschieden. Ich verstehe es einfach nicht. Ich verstehe nicht, wie man so verschwenderisch sein kann. Alles umsonst macht, nur um Likes zu bekommen. Stoffläden einen kurzlebigen Trend nach dem anderen aufgreifen… Es ist schön zu sehen, dass es einigen reicht.

  19. Biggi sagt:

    Ihr sprecht mir ja so was von aus der Seele. Allerdings muss ich gestehen, dass ich den „hüpf“-Ausdruck auch verwende, aber mir ist dabei noch nie in den Sinn gekommen, den im Zusammenhang mit Schnelligkeit zu verwenden. Bei mir freut sich das Teil, wenn es denn endlich fertig ist und von der Maschine auf bzw. an die Trägerin (bei Kleidung oder Taschen) oder auf den Tisch (Tischläufer oder -sets) hüpfen kann. Ich habe auch vielerlei Schnittmuster und bin auch ein Stoffjunkie, ich lieeebe es, meine Stöffchen immer wieder zu befingern und mir dabei vorzustellen, was daraus werden könnte. Ich bin eine langsame Näherin (bin auch sonst nicht die Schnellste 😉 ). Ich nähe im Moment mehr Kinderkleidung, für meine 3 1/2 jährige Enkelin, ab und zu mal ein Shirt für mich oder eine Jacke. Ich nähe auch sehr gerne Deko und Taschen, aber alles im richtigen Maß. Nähen, nur um in den „sozialen“ Medien soundsoviel Likes oder Followers oder was auch immer zu bekommen, widerstrebt mir total. Ich hinterlasse auf diversen Blogs gerne mal meine Meinung, das ist aber auch schon alles. Ich habe mich auch schon vor längerer Zeit dazu entschlossen, FB und Konsorten den Rücken zu kehren und muss gestehen, ich vermisse die überhaupt nicht! Ich gucke höchstens mal auf pinterest nach, wenn ich was bestimmtes suche. Die Zeit, die man dafür aufbringen muss, ist mir einfach viel zu schade, die kann ich mit der Näherei verbringen oder jetzt auch im Garten. Und dann kommt noch was dazu – für mich entscheidendes: wenn ich sehe, wie schlampig und lieblos manche Sachen genäht sind, zum Teil auch noch überhaupt nicht passend für die/den jeweilige/n Träger/in, dann schüttelt es mich manchmal direkt. Krumme Nähte werden nicht aufgetrennt, ein Bügeleisen kennen manche anscheinend auch nicht, also ich würde mich zutiefst schämen, sowas der Öffentlichkeit vorzustellen. Ich nähe, weil ich mir dadurch Kleidung zulegen kann, die nicht ein jeder hat und vor allem in den Farben, die mir stehen, und nicht in denen, die grad „modern“ sind. Was nützt es mir, wenn es z.B. nur noch beige und braun gibt, ich diese Farben aber nicht mag? Ich will nicht rumlaufen wie alle anderen. Jeder will individuell sein, und trotzdem sind sie alle gleich angezogen. FURCHTBAR!!

  20. Birgt sagt:

    Ich frage mich auch, wie man so viel Kleidung in so kurzer Zeit nähen kann…
    Da bleibt für mich auch echt die Freude auf der Strecke!
    Wenn ich Stoffe kaufe, schreibe ich immer dabei, was ich daraus nähen möchte. Hatte es früher schon öfter, dass ich zu dem Stoff im Regal gar keine Idee hatte, was ich daraus nähen kann.

  21. Alexa sagt:

    Hm, krass dass dies so gehandhabt wird. Ich besitze kein Instagram oder FB und bin tatsächlich ein unbeschriebenes Blatt (Ha Ha und das mit 40!!!!). Ich bin noch ein Neuling und Nähe hauptsächlich Kinderkleidung,natürlich finde ich die vielen Stoffe verlockend! Aber ich habe meinen Kleiderschrank ausgemistet und versuche jetzt aus diesen Sachen wieder schöne Dinge für meine Kinder zu nähen. So wird ein neuer Stoff mit einem alten T-Shirt von mir aufgepeppt und aus alten Jeans werde ich gleich versuchen kurze Hosen für mein jüngstes Kind zu nähen (es wird warm und alle Hosen aus dem letzten Jahr sind zu eng (ich hoffe nur meine NäMa packt Jeans)!
    Ich hoffe ich traue mich auch mal an Klamotten für mich ran…im Schrank sind noch Jeans aus denen ich einen Rock zaubern möchte;)) und auch aus den ausrangierten Klamotten (Flecken/Löcher) meiner Kinder versuche ich noch was zu nähen,erstaunlich wofür ein Rückenteil/T-Shirt noch herhalten kann (kurze Ärmel)!!!

  22. Karin sagt:

    Danke liebe Elke,
    für einen Beitrag der mich sehr zum Nachdenken bringt.
    Ich habe festgestellt, seit es leider die vielen kleinen Blogs , die so individuell waren, nicht mehr gibt, erhöht sich die Zahl von Einheitsbrei rapide.

    Wenn dann 6mal hintereinander der gleiche „neue Schnitt“ gezeigt wird, lese ich den Beitrag dazu meist gar nicht mehr.
    Es gibt ja durchaus Frauen, die jede Woche mindestens zwei neue Kleidungsstücke zeigen.
    Du liebes Bißchen…wann soll man denn die ganzen Klamotten anziehen? Evtl. aufeinander?
    Am Anfang meiner Nähabendteuer mußte auch Alles schnell , schnell gehen. Doch inzwischen lasse ich mir und auch meiner Kleidung mehr Zeit zum Nachdenken, Aussuchen und meditativem Nähen.
    Es soll meinen Körper ja auch schmücken, was ich da nähe. Und wenn z.B. an der Jacke ein Dekostreifen vorgesehen ist, der mir aber absolut nicht gefällt, dann lass ich ihn halt weg.
    Es ist meine Kreativität, die wirken darf, nicht irgendein gehyptes Schnittmuster. Oder gar ein Stoff, der mir absolut nicht steht.

    Ich habe sogar aus meiner Anfangszeit noch einige wilde Musterstoffe, denen ich aber, figürlich, sehr entwachsen bin. Davon habe ich mir dann witzige Nachtwäsche genäht. Nebeneffekt: bei einem Krankenhausausfenthalt hat dies die Stimmung immer sehr aufgelockert.

    Oh, so viel geschrieben, ist ja auch ein interessantes Thema. Bleibt doch bitte individuell.
    Klasse statt Masse.

    Lieben Gruß,
    Karin

  23. Sabine sagt:

    Zur Zeit läuft da einiges schräg.
    Es werden nachhaltige biostoffe verkauft um überflüssige Kleidung zu nähen. Ich sehe ja ein das die Schnittverkäufer Beispiele brauchen aber so in Massen? Man bekommt den Eindruck das auch die wertvollen Stoffe weil vom Hersteller verschenkt zu “ Klamotten für ein Foto“ vernäht werden und dann irgendwo landen, aber sicher nicht im Alltag getragen werden. Wer brauch denn auch derart viel Kleidung, Taschen oder sonstiges. Was bringen zerowaste Schnitte und Reste Verwertung wenn alles wieder nur für ein Foto produziert wird. Ich nähe mir etwas wenn ich es brauche. Ich habe viele Stoffe weil ich da nicht standhaft genug bin um am Laden vorbei zu gehen. Aber vernähe sie erst dann wenn ich es brauche. Den Schnitt mache ich mir meist direkt auf den Stoff. Mal ehrlich viele der Designer auf Instagram zeigen nichts was sie von der Masse abhebt. Basics sind die Lieblinge der Masse weil easypeasy zu machen. Ausgefallenes muss man sich woanders suchen. Japan, England oder Skandinavien. Gleich bedenklich finde ich aber auch den Trend der sich gerade breitmacht 5 x die Woche irgendwohin zu fliegen und nach 3 Fotos wieder zurück. Warum ist fliegen. Inzwischen fast billiger als zu Fuß gehen? Fahren einen Elekrowagen aber jetten permanent durch die Lüfte. Ich lese immer wir haben keine Welt B….. Blogger scheinbar schon….

  24. Sabine sagt:

    Das mit den „Hüpfteilen“ nervt mich an mir inzwischen seit einiger Zeit. Als ich als Nähanfänger vor gut 2,5 Jahren startete, habe ich natürlich diese Phasen auch durchgemacht, ebenso wie diese wunderbar-furchtbaren bunten Kinderstoffphasen… aber, es war tatsächlich nur , um möglichst schnell zu lernen. Facebook und Co habe ich keines.

    Nun bin ich seit einiger Zeit bei Webstoffen und dem genußvollen Langsamnähen angelangt und auch dem Verlangen nach guten, wertigen Stoffqualitäten. – Ich war vor allem der Meinung, guter Stoff hat seinen Preis. Nun, ich bin viel bei Onlineanbietern , auch den grossen und bekannten unterwegs und habe festgestellt, dass ich bei dem einen für einen Meter 15 Euro bezahlen kann , während ein anderer Kollege original denselben Stoff für 4 Euro anbietet. Da frage ich mich, ob der Preis überhaupt mit der Qualität zusammenhängt….

    Klar, kann ich einen Meter italienische Ware für 50 bis 80 Euro erwerben, dass erlaubt mein Geldbeutel und auch mein Wille nicht.

    Also frage ich mich doch, was nun. Wenn ich nicht die bunten Stoffe von Ham….. Li… kaufen möchte, wonach kann ich mich richten???

    Vielleicht habt ihr ja eine Antwort für mich.

  25. Andrea sagt:

    Das sehe ich genauso – danke für diesen post!
    Auch ich bin weder bei FB noch bei instagram, blogs lese ich nur dann, wenn ich Zeit habe… Zeit hab ich wenig, so wird auch nicht zuviel genäht…
    (Aber ich behalte den Schnittmustermarkt sehr genau im Auge und sammle Ideen online – da geht viel Zeit bei drauf, auch bei dem Auswählen, wenn ich dann irgendwann mal ein Kleid/Top/Jacke/o.ä. nähen will – es soll ja 100%tig zu mir passen…)
    Und da ich mir mittlerweile alles so weit ich kann auf meine Figur anpasse, sitze ich aktuell schon etliche Stunden an einem Blazer – da überlege ich mir genau, welchen Stoff ich nehme, welche Farbe, usw.
    Einziges Problem: woran kann man qualitativ hochwertige Stoffe erkennen??
    Ich mag z.B. keinen ViscoseJersey mehr, der pillt mir einfach zu schnell. Bei gekaufter Ware weiß ich, dass das pilling nichts mit dem Preis/Qualität, sondern z.T. mit chemischer Behandlung (!) zu tun hat… – und die steht nun mal leider nicht auf dem Etikett…

    Ich bin gespannt, was Du noch weiter zu diesem Thema veröffentlichst! 🙂

    Liebe Grüße,
    Andrea

  26. Alexa Sonne sagt:

    Hm, krass dass dies so gehandhabt wird. Ich besitze kein Instagram oder FB und bin tatsächlich ein unbeschriebenes Blatt (Ha Ha und das mit 40!!!!). Ich bin noch ein Neuling und Nähe hauptsächlich Kinderkleidung,natürlich finde ich die vielen Stoffe verlockend! Aber ich habe meinen Kleiderschrank ausgemistet und versuche jetzt aus diesen Sachen wieder schöne Dinge für meine Kinder zu nähen. So wird ein neuer Stoff mit einem alten T-Shirt von mir aufgepeppt und aus alten Jeans werde ich gleich versuchen kurze Hosen für mein jüngstes Kind zu nähen (es wird warm und alle Hosen aus dem letzten Jahr sind zu eng (ich hoffe nur meine NäMa packt Jeans)!
    Ich hoffe ich traue mich auch mal an Klamotten für mich ran…im Schrank sind noch Jeans aus denen ich einen Rock zaubern möchte;)) und auch aus den ausrangierten Klamotten (Flecken/Löcher) meiner Kinder versuche ich noch was zu nähen,erstaunlich wofür ein Rückenteil/T-Shirt noch herhalten kann (kurze Ärmel)!!!

  27. Astrid Ihlow sagt:

    Hallo Elke, danke für den Beitrag…
    Ich habe mir im Laufe der Näherfahrung angewöhnt keine „grabbeltischstoffe“ mehr zu kaufen, was ich am Anfang meiner nähkarriere oft getan habe, weil es einfach nichts gebracht hat und selbst auf dem Stoff-Flohmarkt hatte man kaum Chancen diese Altlasten wieder loszuwerden.
    Ich stehe voll hinter dir, das es bei der Flut der Angebote schwer ist den „Filter“ richtig zu setzten…
    Es hat auch einige Zeit meinen für mich richtigen Wohlfühlstil zu finden aber seit einiger Zeit bin ich mir da sicher auch dank deiner Beiträge
    Danke und liebe Grüße Astrid

  28. Simone sagt:

    — Liebe Elke,
    wahre Worte, die du da findest. Und auch schwere Kosten. Denn ich muss gestehen, dass ich mich zumindest in einem Punkt wieder finde : Stoffe kaufen und horten. Und ebenfalls muss ich zugeben oft, weil ich auf Facebook eben diese Stoffe gesehen habe und aus persönlicher Schwäche leider diesem Drang – das möchte ich haben – nachgebe. Leider habe ich nicht die Zeit so oft zu nähen, daher habe ich schon viele Stoffe im Schrank – und ich schäme mich dafür :auch schon unter meinem Schreibtisch gestapelt! Ich bin eine erwachsene Frau von 38 Jahren und dennoch habe ich diesen Kauf – bzw. Konsumdrang nicht im Griff. Wenn ich es dann schwarz auf weiß lese und auch die Kommentare dazu schäme ich mich echt dafür. Aber dadurch verspüre ich jetzt auch eine große Motivation einen kompletten Kaufstop zu starten :ab sofort!
    Gedacht habe ich schon öfters dran, und dann gab es da aber noch den einen tollen Stoff, den es nachher nicht mehr gibt, wenn ich ihn nicht jetzt kaufe….
    Dadurch, dass ich nur einige Teile im Jahr nähe und mit der Zeit auch gut gelernt habe, was mir steht und was ich gerne trage, werden meine Stücke gerne und oft getragen und nur selten ist etwas dabei, dass mir dann doch nicht so gefällt. (und wenn kann ich es oft an meine Schwester weiter geben.) Da habe ich mich schon öfters gewundert, wie einige auf Facebook das machen?! Die Zeit hätte ich niemals, außerdem nähe ich langsam, dann die Kosten für die ganzen Stoffe und danach?? Wie trägt man das alles und wohin damit?
    Naja aber jetzt kehre ich erst mal vor meiner eigenen Haustür.
    Wenn jemand gute Tipps für mich hat…. Gerne her damit.
    Schönen Abend und viele Grüße
    Simone

    1. Sandra sagt:

      Das mit dem Stoffkauf-„Zwang“, oft befeuert von Rabatten in Online-Shops, kenne ich leider auch zu gut. Alle guten Vorsätze haben bisher nichts gebracht. Das ärgert mich sehr.

  29. Sab sagt:

    Schon seit einiger Zeit drängt sich bei mir der Gedanke auf, dass da vielerorts „clothes waste“ betrieben wird.
    Massenproduktion, nur um dauernd etwas Neues zeigen zu können und gesehen zu werden. Manchmal denke ich auch frech, dass ein Teil dieser Zeit wohl sinnvoller mit dem Befriedigen der Bedürfnisse der eigenen Kinder verbracht würde als damit, sie „überzubenähen“, posieren zu lassen und dauernd zur Schau zu stellen. Mit welchen Werten werden diese Kinder dabei konfrontiert?
    Und was mit all den genähten Teil in Erwachsenengrösse passiert, die da im Akkord entstehen, das mag ich mir gar nicht vorstellen – denn Platz werden sie wohl nicht alle im Kleiderschrank finden…

  30. Nicole sagt:

    Sehr guter Bericht! Leider gibt es den Trend ja ganz allgemein in der Gesellschaft. Es gibt so viele Menschen, die sich ständig darstellen, profilieren und gegenseitig nachmachen bzw. übertrumpfen müssen. Ich betreibe einen kleinen Reiseblog und beobachte bei den Reiseberichten ähnliches. Man sieht auf IG die immer gleichen Fotomotive. Die Reisenden proklamieren außerdem gerne, wie viele Länder sie und sogar ihre Babys und Kleinkinder schon bereist haben. Who cares? Ich reise lieber langsam und sehe mehr von einer Gegend, als wild CO2 rauspustend um den Globus zu jetten, um die Top10-Reiseziele der Welt abzugrasen. Das Nähen habe ich vor gut 2 Jahren für mich entdeckt. Ich nähe, wenn es meine Zeit erlaubt, als Ausgleich zum Alltag. Ich lasse mich gerne durch das Internet inspirieren und bin sicherlich nicht übermäßig kreativ dabei, aber es macht mir Spaß, und das ist ja schließlich die Hauptsache. Von der Überproduktion bin ich auch noch weit, weit entfernt, einfach weil das Nähen eben nur eines meiner Hobbys ist und ich gar nicht die Zeit für eine solche Massenproduktion hätte. Gut so.
    Liebe Grüße,
    Nicole

  31. Susan Koller sagt:

    Hallo Elke,
    danke für deine interessanten Beitrag. Ja du hast Recht. Aber ich bin noch auf dem Weg, meine Stil zu finden. Aber das ist mein Ziel. Lange genug habe ich zu wenig darauf geachtet und jetzt probiere ich das eine und andere aus. Ich war schon immer kreativ und experimentierfreudig und das macht mir sehr viel Freude. Mal mit grossem Erfolg (aus meiner Sicht) mal ist es genau wie du sagst. An der Anderen sah es irgendwie besser aus. Aber auch das macht mich kluger. Ich beschäftigt mich mehr mit dem Thema und lerne stetig.
    Auf Instagram folge ich ganz sparsam, denn da will ich einfach nicht so viel Zeit verbringen. Auch Instagram ist ein Ausprobieren für mich, vielleicht ist das so schnell auf meinem Rechner verschwunden wie es kam. Ich hänge nicht daran, im Gegenteil. Mir bringt ein Blog , ein Webinar oder ein interessantes, lehrreiches Video viel mehr. Da bin ich eben altmodisch. Ich nähe definitiv für mich und nicht um was zum Zeigen zu haben.
    Liebe Grüsse Susan

  32. Anja sagt:

    Liebe Elke,
    ich sehe das genauso wie Du und alle, die hier schon kommentiert haben.
    Auch ich bin sehr erstaunt, wieviele Teile in wie kurzer Zeit und mit wie wenig Anspruch an gute Qualität und Verarbeitung „zusammen getackert“ werden.
    Das ist wirklich schade.
    Vor allem wenn ich oft lese, der und der Stoff sei „billig vom Stoffmarkt ergattert“.
    Zwar musste nun bei der Herstellung der Kleidung niemand in Asien leiden, aber der Stoff fiel ja auch nicht vom Himmel, oder? Wer hat denn den gewebt, gefärbt, bedruckt?
    Darüber liest man leider viel zu wenig.

  33. Gitta sagt:

    Bin ich froh, dass ich nicht die Einzige bin, bei der nichts von der Nadel hüpft. Ich habe unter anderem angefangen zu nähen, damit ich Teile im Schrank habe die zu mir passen und mir passen. Ich liebe einfache causale Schnitte, aber auch das ist es Prozess bis Schnitt und Stoff zusammen passen( drum prüfe wer sich ewig bindet) der Zeit braucht. Ich habe mir vorgenommen: keine fertigen Oberteile mehr zu kaufen, vorhande Schrankleichen wieder zu aktivieren ( manchmal reicht es ja die Ärmel zu kürzen oder andere Kleinigkeiten und es wird wieder tragbar) , Stoffe Projekt bezogen zu kaufen und nicht mehr als 3-5 Projekte im Vorlauf zu planen. Dieses ich kaufe also bin ich, ich poste es also bin ich viel mehr, ich werde gelikt also bin die /der Größte ist leider sehr in unsere Gesellschaft verankert, nicht nur in der „ Nähkommune“. Boah da komme ich immer von einem Thema zum Nächsten. Fazit: ich finde es gut wenn man sich immer wieder fragt, wie man mit Ressourcen umgeht und seine Handlungen auch Beweggründe hinterfragt. Vielen Danke liebe Ella und an Alle die so fleißig kommentiert habe , dass ich mal wieder zum „nachdenken „ gebracht habe und ein Stück weit mich auch nicht mehr so allein fühle in meiner Welt. Bei mir hüpft nichts.

  34. Nicole sagt:

    Super Blogbeitrag! Ich persönlich nähe sehr langsam, mit langer Planungsphase und leider auch wenig Zeit. Und ich veröffentlich höchstens mal was in kleinen privaten Facebook-Gruppen, aber sehr sehr selten.
    Anfangs war ich von den Social-Media bezüglich Nähen echt überwältigt und manchmal auch „neidisch“, wenn andere so schnell neue Sachen gepostet haben.
    Inzwischen habe ich diejenigen, die oft Neues posten, entfreundet, weil ich es unverantwortlich finde, so mit Ressourcen umzugehen. Statt dessen folge ich mehr und mehr denen, die minimalistisch leben oder upcyceln oder etwas zu „visible mending“ posten. Das ist mir sympathischer und mehr Vorbild für MEIN Leben, als jeden zweiten Tag ein neues Kleid zu nähen (oft auch aus Stoffen, die gestellt sind und nicht wirklich zum Typ der Näherin zu passen scheinen…). Aber immerhin nutzen einige von den Vielnäherinnen Facebook, um ihre Kleider Second-Hand an andere Selbermachen (oder Interessierte) zu verkaufen – so landen die Sachen nicht gleich im Altkleidersack und damit meist im Schredder.

  35. Nicole sagt:

    Ich gebe Dir in vielen Punkten absolut recht! Ich war auch, vor noch gar nicht allzu langer Zeit, in dem gedanklichen Strudel „du musst noch was nähen und posten“ Und dann kamen Gedanken wie „ob das Jemandem gefällt, wenn ich es so nähe“ Und dann war sie plötzlich weg, die Freude am Nähen.
    Nach einer gewissen Zeit kam die Erkenntnis, warum ich überhaupt nähe und dass ich auch noch nähen kann, wenn es gar keine Likes mehr gibt. Das hat mich befreit. Und jetzt nähe ich, was ich möchte und wann ich es möchte. Jetzt macht es mir wieder Spaß.
    Ich mag natürlich die Bestätigung. Und ich freue mich über Lob – ganz klar. Aber ich nähe wieder für mich, meine Tochter und meine Mutter und nicht mehr für Instagram.

  36. Birgitta sagt:

    Ein sehr interessanter und wahrer Artikel. Ich habe dieses Jahr angefangen Stoffabzubauen. Bei diesem Prozess fällt mir auf, dass ich tatsächlich zwar viele Sachen schön finde, aber nicht mehr kaufen würde, da es nicht zu mir passt oder auch die Stoffqualität nicht gefällt. Auch habe ich dieses Jahr mir vorgenommen bis auf Unterwäsche, Strick und Jeans/ Hosen keine Kleidung zu kaufen, sondern selber zu nähen. Das klappt hervorragend. Und das was ich dann Nähe gefällt und passt mir zu 100%. Bei meinen Selbstgenähten Teilen im Kleiderschrank gibt es nur wenige Sachen, wie einen Pulli den ich nicht in der Öffentlichkeit anziehen würde, weil es irgendwie nicht passt. Trotzdem mag ich ihn und ziehe ihn zuhause gerne an. Das Thema Nachhaltigkeit wird auch heim nähen immer wichtiger und es ist schön, wenn man sich mal wirklich eine zeitlang ausgiebig mit einem Projekt beschäftigen kann. Aber auch ein schnelles Projekt für Zwischendurch ist mal schön!

  37. Daniela Rutz-Tschumi sagt:

    Es ist nicht einfach sich dem Trend „mehr, mehr ,mehr“ und in Bezug auf social medias „mehr ICH“ zu entziehen. Gesellschaftskrankheit und die Auswirkung von Wohlstand! Kann den Finger gleich auf der eigenen Nase „hüpfen“ lassen!

  38. Sabine sagt:

    Gut gebrüllt, Löwin!

    Bei mir hüpft nichts von der Nadel. Ich unterhalte keinen Instagramm-account. Mein Berufswunsch lautet nicht: Influencer. Leben findet für mich NICHT virtuell statt, indem ich mit den Augen auf einen Bildschirm starre und mit den Fingern Zeichen eingebe, obwohl ich das blind und in einem irren Tempo kann.

    Mir rollen sich die Fußnägel, wenn ich sehe, dass jemand die 25. Ella, Nina, Smilla oder wie die Modelle auch immer heissen mögen, zusammen tackert. Hauptsache viel, Hauptsache bunt, Hauptsache ich kann etwas zeigen.

    Was steckt dahinter?

    Der Wunsch gesehen zu werden, Zuspruch zu erhalten, also Selbstdarstellung mit einem hübschen, narzisstischen Sahnehäubchen und daraus folgend: Sucht.

    Das Problem an der Sache: Infiziert sind alle, die in diesem Kreisläufen stecken. Eine hübsche Truppe der nicht ganz so anonymen Selbstdarstellungssüchtigen, allerdings ohne das Bewusstsein dafür, dass hier irgendwas schief in den Angeln hängt.

    Traurig daran ist vor allem dies: Niemand will all diese Selfies und Fotos dieser „Werke“ eigentlich sehen. Sie sind gerade nicht besonders. Sie sind Massenware und werden geliked und kommentiert

    – weil man Teil dieses Systems ist und in der Folge selbst auf likes derjenigen hofft, denen man sich zuwandte

    – weil sie einem oft genug schmerzhaft vor Augen führen, was man selbst eben nicht kann oder hat, dem man aber nacheifern kann, um vielleicht doch noch irgendwann ein Stückchen des Ruhm-Kuchens abzubekommen.

    Sehr traurig daran ist auch, dass niemand, der so agiert, noch wirklich geniessen kann. Das Ganze hat etwas Gehetztes – es geht nicht ums Tun an sich, sondern um die Darstellung. Es zählt nicht mehr das, was ich gerade tue, sondern nur das, was andere darüber denken, die Reaktion der anderen.

    Freute man sich zu Beginn über die Likes, werden sie bald zur Selbstverständlichkeit: Mehr davon! Das erzeugt Stress, denn nun muss man liefern, liefern, liefern. Das einzelne Like wird entwertet, was zählt ist nur die Menge.

    Im web wird sozialer Wettbewerb auf die Spitze getrieben, es entstehen Neid und Mißgunst, damit dann auch Tendenzen, andere abzuwerten, um sich selbst nicht so klein zu fühlen.

    Und die Einsamkeit, die man bekämpfen möchte, verschwindet auch nicht – man wird, je massiver man in virtuellen Kreisen und Kreisläufen steckt, eigentlich immer isolierter, denn es entsteht eine Form von Autismus, der letztlich sehr lebensfeindlich und getrieben ist. Echter Kontakt, fühlbares Leben wird zunehmend von viruteller Existenz verdrängt.

    Das ist ja auch viel gemütlicher, denn hier kann man zunächst all das blocken, ausblenden, filtern, das einem nicht behagt. Das geht im echten Leben nicht!

    Jeder muss selbst entscheiden, ob er süchtiger Konsument und virtueller Zombie sein möchte, oder vielleicht doch lieber ein Mensch, der fühlt, mit anderen live, bunt und fühlbar interagiert und der ein Stück näht, in das er Liebe, Sorgfalt und Zeit investiert. Nicht, um es anderen zu präsentieren, sondern um es zu tragen – gern und mit Freude.

    Ich weiss, wofür ich mich entscheide.

  39. Susanne sagt:

    Hallo Elke, hier hüpft auch nichts . Ich hab mir angewöhnt neue Schnitte die mir gefallen erst in einer Schnittmustersammlung zu speichern. Oft kaufe ich sie dann doch nicht. Im Grunde besitze ich vermutlich eh schon mehr Schnitte als ich jemals vernähen kann/will. (ich hab ja auch immer noch das Ottobreabo) Ich hab mir dieses Jahr vorgenommen das Stofflager abzubauen und endlich die Schnitte zu nähen die schon ne Weile – teilweise sogar schon abgepaust und angepasst – auf Umsetzung warten. (Ein Latzrock ist schon fertig und bereits oft ausgeführt) Ansonsten poliere ich meine Sommergarderiobe auf – da gibt es ein paar Löcher bzw. ein paar Sachen die ersetzt werden müssen (man könnte auch sagen ich bräuchte mal neuen Wind). Für die Kinder nähe ich übrigens immer nach dem Prinzip was aktuell gebraucht wird und dann auch nur soviel dass die Sachen wirklich oft getragen werden. Für „Massenproduktion“ hab ich keine Zeit. Auf Instagram folge ich nur für mich interessanten Profilen – das sind eher nicht die die jeden Tag ein neues Teil posten …
    LG Susanne

  40. Susa sagt:

    Ich staune auch immer, wie oft andere anscheinend zum Nähen kommen und vor allem, wann sie die vielen Kleidungsstücke auch anziehen.
    Mit vier Kindern ist meine Nähzeit knapp bemessen und auch ein einfaches Shirt braucht schon mal ein paar Tage.

    Bevor ich etwas nähe, entsteht ein Kleidungsstück immer erst in meinem Kopf, ich suche Beispiele zu dem passenden Schnitt im Internet, überlege, ob ich nicht einen vorhandenen Schnitt abwandeln kann, dann muss ich noch den passenden Stoff finden. Bis ich zu Nähen anfange, kann schon einige Zeit vergehen, gerade bei aufwändigen Teilen oder teuren Stoffen, bei denen ich keinen Fehler machen möchte.
    Aber dann freue ich mich auch wieder über ein schnell genähtes Basicshirt, dass zu der aufwendigeren Hose passt.

    Ich lasse mich gerne beim MeMadeMittwoch inspirieren, denn da werden doch oft aufwendigere Nähwerke vorgestellt, da steckt oft viel Können und Arbeit dahinter.

  41. Mani sagt:

    Liebe Elke,

    Danke! Das musste mal gesagt werden. Ich bin nur noch selten bei Facebook unterwegs, bei Insta gar nicht. Ich wäre nur genervt von den ganzen hüpfenden Kleidungsstücken.

    Ich nähe einiges selbst. Aber eben nur, wenn ich Zeit habe (kann sich jeder denken , wie oft das mit 2 Kindern ist, mit denen man gerne und viel Zeit verbringt). Ich kaufe allerdings keine Stoffe, um sie zu haben. Ich kaufe gezielt Stoffe ein, wenn ich weiß was ich nähen möchte. Oder wenn ich einen schönen Stoff sehe, dann muss ich schon wissen, was daraus werden soll. Ansonsten bleibt er liegen.

    Ich habe eigentlich schon immer annähernd eine Capsule Wardrobe. Es sollten bei mir annähernd alle Oberteile zu allen Hosen/Röcken passen. Selten bis gar nicht gab es mal ein Outfit, was nur so und in keiner anderen Kombi tragbar ist. Ich habe mich nicht bewusst dafür entschieden. Es war schon immer so. Wenn eine Freundin ihren Koffer für Kurzreisen gepackt hat, wurden Outfits eingepackt. Bei mir waren es 2 Hosen, 3 Shirts. Alles mit allem kombinierbar.

    Vor dem Kauf neuer Kleidung stelle ich mir schon einige Fragen: brauche ich das, weil die alten Sachen untragbar sind? Zu welchen Kleidungsstücken kann ich es kombinieren? Ist es mein Stil? Dann lasse ich 1-2 Tage ins Land gehen. Manchmal auch eine Woche. Wenn alle Fragen positiv beantwortet werden können, kaufe ich. Ich denke, das ist schon ein Stück weit nachhaltig. Ich versuche auch eher nur zeitlose Basics zu kaufen oder zu nähen, um es eben so lange tragen zu können, bis es auseinanderfällt.

    Bei Schnittmustern schaue ich mir immer viele Designbeispiele an und entscheide dann, ob mir der Schnitt, unabhängig vom Stoffdesign, stehen könnte.

    Deine Tipps finde ich immer sehr wertvoll und hoffe, dass sie so viele Näherinnen oder generell Menschen wie möglich erreichen, damit jeder mal in sich kehren und über den eigenen Kleiderkonsum nachdenken kann.

    Liebe Grüße

    Mani

  42. Martina sagt:

    Liebe Elke
    Vielen Dank für deinen sehr wahren und zum Nachdenken anregenden Blog-Beitrag. Ich nähe erst seit Kurzem und brauche noch ziemlich lange bis so ein Kleidungsstück fertig ist. Macht aber nichts, denn ich versuche nur zu nähen was noch fehlt in meinem Kleiderschrank (meistens jedenfalls 🙂 ). Stoffe kaufe ich Projekt bezogen und dafür aber (meistens) Bio-Stoffe. Ich nähe auch keine Probestücke, erstens hab ich keine Lust dazu und zweitens was mach ich nachher mit einem Probestück? Ist ja dann auch Verschwendung. Ich habe das Glück, dass ich als Farb- und Stilberaterin genau weiss welche Farben und welcher Stil zu mir passt. Nur das mit dem Nähen muss ich halt noch üben, mal gelingt es besser mal weniger.
    Ich bin auch auf Instagram und stelle fest, dass oftmals immer dasselbe von denselben Bloggern gepostet wird. Zuerst ist man geflasht und denkt „das will ich auch so haben“. Mit der Zeit langweilt dann der kommerzielle Einheitsbrei mich eher. Ich freue mich natürlich auch über Likes und muss zugegeben es ist teilweise wie eine Sucht. Finde es aber auch sehr schade, dass oftmals Kleidung genäht wird die der betreffenden Person so gar nicht stehen. Sei es der Stoff und/oder die Passform. Darum biete ich eine extra Farb&Stilberatung für Hobbynäherinnen an, weil ich das so schade und sinnlos finde einfach drauflos zu produzieren. Ich bin jetzt aber natürlich auch keine Heilige und erliege teilweise schon auch den schönen tollen Stoffen die man überall sieht….aber ich versuche dem entgegenzuwirken. Vielen Dank für deine Arbeit die du hier leistest, ich finde dich toll!
    Herzliche Grüsse aus der Schweiz.

  43. Mona sagt:

    Liebe Elke, Du triffst die Nadel, äh den Nagel, auf den Kopf! Bisher folge ich Dir still und nicht zuletzt Dein Webinar neulich hat dazu geführt, dass auch ich ins Umdenken komme. Ein übervoller Kleider- und Stoffschrank, mit vielen schönen, aber eben für mich bei ehrlicher Betrachtung doch unpassenden Dingen, haben mich jetzt auch die Reißleine ziehen lassen. In allem, auch beim Nähen, etwas bewusster, aufmerksamer und reduzierter werden. Vielleicht hilft das schließlich uns allen weiter. Und ich bin dankbar an alle, die hier ihre Tipps zum bewussteren Umgang mit den Ressourcen, vor allem unseren eigenen, teilen. Klasse, bitte mach weiter so, mit der Dir eigenen Mischung aus Nähen und allem was sich daran anschließt! LG und frohe Ostern

  44. Julia. W. sagt:

    Hallöchen
    Ein schöner Beitrag.!.!
    Wir nutzen weder FB noch Insta. Ich finds auch schade, das so viele gute Blogs weg sind (danke Datenschutzgesetz).
    Und von der Nadel „hüpfen“ hier nur bunte Unterhosen für die Kinder, das geht fast schon blind. Sonst bin ich eher der ordentliche, laaangsame Typ beim nähen.
    Wir recyclen auch Kleidung in was Neues, aber diese Teile haben dann irgendwo ein Loch oder Fleck und sind nicht wirklich was zum Spenden.

  45. Crissie sagt:

    Liebe Elke,
    ein wirklich toller Artikel, der mir aus der Seele spricht. Noch schlimmer als auf Instagram finde ich die Gruppen auf Facebook. Es scheint teilweise Wettkämpfe zu geben, wer nach dem Neuerscheinen eines Schnittmusters zuerst die Bilder des fertigen Kleidungsstücks präsentieren kann. Und das häufig von den gleichen Personen, wo man sich dann schon mal fragen kann, wie überfüllt deren Kleiderschrank wohl sein muss.
    Ich denke, dass der Konsumwahn leider gerade ein generelles Phänomen in unserer Gesellschaft ist und er macht eben auch vor unserer Nähcommunity nicht Halt. Und das Ergebnis ist dann, dass wir die Konmari-Methode brauchen, um wieder Herr bzw. Frau unserer ganzen Besitztümer zu werden. Sehr schade eigentlich.
    In meiner Anfangszeit des Nähens sind auch noch einige Teile entstanden, die einfach nicht zu mir passten, aber so langsam entwickle ich ein Gefühl dafür, was zu mir und meinem Leben passt. Ich kaufe dann auch immer nur Stoff für Teile, die ich schon genau im Kopf habe und nicht nur weil er mir auf dem Ballen so gut gefällt.

    Vielen Dank Elke für deinen Artikel!

    Grüße
    Crissie

  46. Andrea sagt:

    Beim letzten Dufürdich… ist mir das krass aufgefallen. Da gibt es eine Frau, die gesamte 7 Kleidungsstücke verbloggt hat. Beim Besuch des Blogs findet man für 2019 bereits 45 Blogbeiträge, für 2018 waren es 174 … Nehmen wir mal an, dass 10–20 Prozent für Haus, Garten, Seele oder sonstiges waren, ist das trotzdem ein enormer Output, der niemals aufgetragen werden kann.

    1. Sandra sagt:

      Das denke ich auch immer wieder. Diese vielen Kleidungsstücke kann man doch unmöglich alle (auf)tragen.

  47. Also mir ist noch nichts von der Nadel gehüpft….eher ist es ein zähes Ringen mit Schnittmusternund Stoffen, um ein passenderes Ergebnis als bei Kaufkleidung zu erzielen….mir geht es aber auch darum meine Nähkenntnisse zu erweitern und zu verbessern. Da bleibt es nicht aus, dass auch Sachen mißraten…von diesen trenne ich mich dennoch sehr schwer….manchmal dienen sie
    zur Abschreckung. Nach längerer Zeit und etwas Abstand lacht man sich schlapp über Fehler.
    Ich bin nicht bei Instagram und Facebook und blogge nur weil es mir Spaß macht….mein beliebtester Beitrag ist „Bluse aus Oberhemd nähen“ Schon komisch.
    Die sewalongs verfolge ich gern….doch das ist nichts für mich….ich nähe, wenn mich was inspiriert….ein Schnitt, ein Stoff….die Sachen, die mir gelungen sind trage ich auch gern.
    Das Nähen ist nur ein Hobby…oft zeitintensiv…manchmal muß man sich auch fragen, welche Funktion es hat.
    Nachhaltigkeit ist gerade ein Thema und das ist gut so. Dein Beitrag geht in die richtige Richtung.
    LG schurrmurr

  48. Martina sagt:

    Das meiste wurde schon gesagt.
    Man kann aber sehr wohl auch schlechtes, kaputtes und sogar Zuschnittreste in die Kleidercontainer geben dabei ist es aber am besten die Säcke/Tüten zu beschriften. Sprich je einen Sack „Gut erhalten“, „Schlechter Zustand“, „Stoffreste“.
    LG
    Martina

  49. Daniela Hübner sagt:

    Dieser Beitrag spricht mir aus der Seele. Ich bin bei FB diversen Gruppen beigetreten um mich inspirieren zu lassen. Jedoch…. schon nach kurzer Zeit entlockte es mir anstelle eines bewunderten “ Ohh“ nur noch ein lautes Stöhnen. Ob “ Ella“ oder “ Babypumphose“ – gefühlte 1000 mit unterschiedlichen Stoffmotiven ,aber ohne persönliche Note. Und damit das ganze noch schneller geht, wird anstatt einer handgefertigten Applikation ein Paneel gekauft.
    Kopfschütteln wird bei mir auch verursacht mit Kommentaren wie “ in nur einer Stunde genäht “ oder das die gesamte Urlaubsgarderobe 4 Stunden vor Abflug genäht würde…. Leider reagieren einige dann mit Bestürzung,das sie zu den „Nähschnecken“ gehören .
    Und dann Zero Waste und Upcycling… leider werden dort immer häufiger noch gute tragbare Kleidungsstücke vernichtet für „Ideen“ die es in dieser Art schon 1000 Mal gab oder in völlig unbrauchbare Dinge verwandelt ,dir die Welt nicht braucht.

    Vielen Dank für deinen tollen Beitrag und aus der Resonanz ersichtlich ,bin ich nicht allein mit meinem Denken. Das stimmt mich hoffnungsvoll ☺️☺️

  50. Kathrin sagt:

    Alles gesagt, dem ist nichts hinzuzufügen. Gut, dass es mal ausgesprochen wird…dieser Hype, alles haben und machen zu müssen…ich kenns natürlich auch von mir, bin aber gerade zunehmend rigoroser. Und dies „von der Nadel hüpfen“….das erzeugt bei mir echt Würgen( gibt da noch so ein paar Näh-Aussagen…gruselig).
    Lasst uns uns dieses schöne Hobby oder auch Job nicht kaputt machen. Schöne Ostertage!

  51. Walli sagt:

    Ich sehe diesen Überkonsum von so vielen Menschen egal auf welchem Gebiet auch mit großer Sorge und auch ein wenig Unverständnis, weil ich meine Entscheidungen eigentlich anders treffe. Ich dachte bisher, dass Selbst nähen wegen des damit verbundenen Aufwands automatisch nachhaltig ist, so eine Massennäherei nur um ein paar Likes auf Instagram zu bekommen erstaunt mich. Vielleicht bin ich aus der Zeit gefallen?

    Wenn mir etwas gefällt (und da gibt es ständig viel davon, auch ohne Instagram oder Facebook zu nutzen), dann ist die nächste Überlegung: Ist dir dieses Etwas die so und so vielen Stunden an bezahlter Arbeit wert, die es kostet? Wieviel Freude bereitet es dir, wieviel Mühe erspart es dir, verglichen mit der Zeit die es braucht es anstrengend zu verdienen? Und rechtfertigt ein kurzer Moment Freude oder Arbeitserleichterung den negativen Einfluss auf die Umwelt, der sich nur unzureichend im Preis abbildet? Deshalb habe ich eine gut bezahlte und angemeldete Putzfrau, aber kein eigenes Auto (Carsharing wenn es gar nicht anders geht), kaufe generell wenig, aber schenke sehr großzügig wenn ich weiß dass der/die andere es gerade braucht, 11 Großnichten und -Neffen aus 2 kinderreichen Familien zum Beispiel. Ich weigere mich für zwei Stunden Genuss bei einer Veranstaltung drei Stunden Autofahrt zu investieren, aber fliege für 4 Wochen im Winter in die Sonne um meiner Wintererschöpfung zu entfliehen und fahre dort ausschließlich Bus statt Mietauto.

    Ich bin nun in Rente und bereite mich auf das Nähen mit der Nähmaschine gerade erst vor. Mit der Hand genäht habe ich schon seit Kinderzeiten repariert und Kleinigkeiten angepasst. Mein derzeitiges Ziel ist weniger das Nähen von neuer Kleidung, sondern das Anpassen von Stücken die ich früher mit 10 kg mehr und sehr locker getragenen jetzt nicht mehr anziehen kann aber die mir grundsätzlich noch gefallen. Oder kreativ reparieren von hochwertigen Sachen nach einem Missgeschick (teure Lederjacke hatte nach ein paar Wochen einen hässlichen Riss mitten auf dem Rücken). Oder Gebrauchssachen zum Verschenken kreieren, in Absprache mit dem Beschenkten. Also insgesamt Nähen mit dem Ziel von mehr Nachhaltigkeit statt mehr Konsum unter Einsatz der Nähmaschine.

    Ich finde das Thema sehr interessant und freue mich dass so viele Näherinnen ihre Gedanken dazu teilen.

    Walli

  52. Jasmin sagt:

    Ich staune immer wieder wie viel manche produzieren. Ich brauch viel länger zum Nähen, auch für Kleidung aus Jersey und Sweat. Vielleicht arbeite ich einfach langsamer als andere, aber ich geniesse das auch. Mir geht es eher um den Prozess des Nähens selbst als um das fertige Kleidungsstück. Ich bin auch nicht so der „Stoff auf Vorrat“ Käufer und ich nehme mir für ein Projekt auch richtig viel Zeit. Für mich kommt es nicht mal gross auf die herausragenden Stoffe an, ich glaube ich nehme dieses ganze Hobby sowieso komplett anders wahr als die meisten. Ich denk den meisten geht es wirklich um die fertigen Sachen die super ausgefallen aussehen. Mir nicht. Weder beim Nähen, beim Stricken noch beim Häkeln. Mir geht es um die Tätigkeit. Für mich können es ganz schlichte Sachen sein, in Farben die mir gefallen. Eigentlich untypisch für eine Bloggerin xD

  53. Sabine Neuland sagt:

    Liebe Elke,
    alles gesagt! BRAVO!
    Liebe Grüße, Sabine

  54. Birgit sagt:

    Danke für Deinen Beitrag Elke.
    Ich gehöre auch eher zu den Stoff-Eichhörnchen, da ich für Patchwork-Projekte schon eine grössere Auswahl brauche.
    Ich habe auch einen kleineren Stoffvorrat zum Kleidung nähen, damit ich etwas zur Hand habe, wenn ich es brauche. Bei mir ist es eher umgekehrt, eh ich „quick and dirty“ etwas nähe, bleibt der Stoff liegen, bis ich Zeit und die Fertigkeit habe. Ein echter Chanel-Stoff wartet schon ewig. Günstige Stoffe nehme ich eher, um Probestücke für die Schnittanpassung zu nähen. Die werden dann aber auch so oft verwendet, bis „nichts mehr geht“.
    Reste von Jersey nutzte ich als Staublappen anstelle der Antistatic-Billiglappen aus dem Drogeriemarkt.
    Ich denke, dass neben dem Instagram-Wahnsinn, viele junge Frauen auch heute garnicht mehr richtig nähen lernen. In den meisten Schulen ist Handarbeiten ja nicht mehr auf dem Stundenplan. Das wird heute durch das DIY-Video auf Youtube ersetzt.

  55. Friedalene sagt:

    Wie wahr!
    Ich nähe seit 35 Jahren und ich liebe es
    Ich kann schon mal schnell zu Ostern zum Verschenken 3 Stoffbeutel aus Resten zusammen nähen, aber meine selbst genähten Kleidungsstücke brauchen Zeit. Ich hefte, probiere und ich möchte, dass es von außen und innen schön ist. Ich merke, wie wenig es mich anspricht, wenn ein Stück nach dem anderen gezeigt wird und das in einer Zeit, wo ich mich immer frage, wie machen die das? Nachts? Haben die nichts anderes zu tun? Auch die Wettbewerbe, den Stoffvorrat weg zu nähen und dann auf hundertfünfzig Meter Stoff und mehr zu kommen, lässt mich staunen. Ich habe auch einen Stoffvorrat. Meine Schatzkiste mit guten Stoffen, die auch manchmal ein bisschen Zeit im Schrank verbringen bis der richtige Schnitt mich inspiriert. Ich bin aber auch auf Instagram und kann mich dem manchmal nicht entziehen. Aber ich denke immer wieder darüber nach, ob ich es nicht wieder lasse. Eigentlich haben wir doch alle schon genug Schnelligkeit in unserem Alltag, oder?
    Liebe Grüße und herzlichen Dank für deinen Artikel.
    Friedalene

  56. Doris sagt:

    Liebe Elke,
    sehr toller Artikel. Zu einem Thema, dass mich auch seit einiger Zeit beschäftigt. Deshalb mache ich mir nun auch das erste Mal die Mühe, einen Blogkommentar zu schreiben.

    Bei mir hüpft auch nichts von der Nadel oder der Maschine. Die einzige, die hier hüpft, bin ich. Manchmal vor Freude, weil ein Kleidungsstück oder eine Tasche nach viel Arbeit und vergossenem Blut und Schweiß (hin und wieder sprichwörtlich) so geworden ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Manchmal hüpfe ich aber auch, weil nichts klappt, dann gern auch auf dem Schnittmuster, Stoff oder beidem

    Ich nähe noch nicht allzu lange, ungefähr 2,5 Jahre. Durch‘s nähen bin ich auf Instagram gestossen. War am Anfang absolut überwältigt von den schier unendlichen Inspirationen. Auch habe ich mich Anfang vom allgemeinen Hype anstecken lassen und teilweise ohne nachzudenken Stoffe gekauft. Das hat sich inzwischen doch etwas geändert. Ich gebe zu, ich habe noch eine kleines „Stoffproblem“, aber ansonsten hat sich meine Begeisterung für die vielen Posts auf Instagram deutlich abgekühlt.

    Inzwischen mag ich mir die tatsächlich fast täglich geposteten neuen „gehüpften“ Teile, die immer wieder gleichen Designbeispiele, die sich ähnelnden Schnittmuster und Fotos davon, immer weniger anschauen.

    Ebenso nerven die Nähgroupies, die einfach nur alles toll finden, was XY nun grad wieder auf den Markt gebracht hat. Und wie sich alle darum reißen, unbedingt Probe-/Designnäherin zu werden.

    Eine Entwicklung, die mir nicht gefällt. Ebenso der aktuelle Trend der derzeit angebotenen Nähsets. Aber das ist ein anderes Thema.
    Ich denke also darüber nach, einigen Leuten auf Instagram nicht mehr zu folgen.

    Nichts desto trotz bin ich sehr froh, von Gleichgesinnten über Instagram und Co. zu lesen oder auf Nähtreffs zu begegnen und sich auszutauschen. Ohne diese Möglichkeit hätte ich noch nicht so viel zum Thema Nähen lernen können.

    Ich hoffe jedoch, das dieser Massennähtrend irgendwann wieder vorbei ist.

  57. Gesine sagt:

    Sehr spannend Dein Beitrag! Ich habe auch bei mir beobachtet, dass ich eine Zeit lang bei Instagram immer nur geschaut habe, was der oder die wieder tolles gezaubert hat und es dann sofort auch auf meine Näh-Liste gesetzt habe. Mittlerweile schaue ich zwar immer noch gerne, mache mir aber nicht mehr den Stress und lasse mich auch nicht mehr sofort von allem verführen, es für mich selbst machen zu wollen. Ich habe noch einiges an Stoffen in meinen Regalen und habe schon letztes Jahr angefangen, nur noch wenig und sehr ausgewählt neue Stoffe zu kaufen. Erstmal sollen die alten Stoffe vernäht werden. Am schwierigsten finde ich es aber nachwievor, wenn ich einen neuen Schnitt ausprobiere und mir das fertige Kleidungsstück dann später nicht an mir selbst gefällt. Da habe ich leider auch immer noch keine Idee, wie ich das ändern soll. Denn selbst wenn ich darauf achte, dass es mir und meinem Stil entspricht, kann es einfach sein, dass der Schnitt mir doch nicht steht oder das Teil eben nicht richtig sitzt. Aber das sind eben auch ein Stück weit Erfahrungswerte.

  58. Ilona Zettl-Bassing sagt:

    Hallo Elke, auch ich finde , daß man durch die ungeheure Menge an Daten und Bildern müde wird sich alles anzusehen. Mir jedenfalls geht es so und ich merke, daß ich auch immer weniger kommentiere oder auch mal nachfrage….. mittlerweile versuche ich mehr und mehr meinen eigenen Stil zu finden, mehr Upcycling zu machen und einfach etwas bewußter vorzugehen. Ich habe am Anfang unheimlich viel Stoff gekauft, da ich dachte alles haben zu müssen und für alle Eventualitäten gerüstet zu sein……. habe aber gemerkt, daß die Anhäufung von Stoffen mich nicht beruhigt, sondern belastet……. jetzt kauf ich nur noch sehr selten, verarbeite Schätze die einfach da sind und versuche eher etwas besonderes daraus zu machen.

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