Episode #59: Ein Tag am Kudamm – Filtern wie im Online-Shop

Naeh deinen Stil Podcast

Gestern war ich mit meinem Mann am Ku’damm, weil er seine Uhr reparieren lassen musste. Die Zeit, die der Uhrmacher für die Reparatur brauchte, haben wir mit Bummeln verbracht. Ich wusste konkret wo ich hinwollte um mir Inspiration für meine Wintergarderobe zu suchen. Ich empfehle meinen Kundinnen gerne, im Zweifel einfach mal verschiedene Outfits im Laden anzuprobieren. Practice what you Preach, also habe ich das auch gemacht.

Aus zwei Gründen:

  • Ich wollte meine Größen bei den Marken Zara und COS genau wissen, weil ich seit ein paar Tagen viel bei Kleiderkreisel für meine Garderobe suche und dafür natürlich bei den Marken, die mich interessieren, meine Größe wissen muss. Kleiderkreisel ist eine App zum Kaufen und Verkaufen oder auch zum Tausch von gebrauchter Kleidung. Es geht von privat zu privat. Zum Anfangen filtert man seine Größen und dann spuckt die App im Feed alle neu eingestellten Teile nach deinen Angaben aus. Das war also der Anlass für mich meine Größen zu ermitteln.
  • Ich rate meinen Kundinnen häufig, sich im Laden inspirieren zu lassen. Einfach mal Sachen anzufassen, die Verarbeitung anzuschauen, Outfits anzuprobieren. Wie heißt es so schön, practice what you preach? Grund Nr. 2 war also Sachen auszuprobieren, um meine Pläne für meine warme Garderobe zu verfeinern. Vieles sieht ja an Models in Online-Shops super aus, aber wenn man es selbst anzieht, muss das nicht zwingend so sein. Und andersherum kann man ja auch positiv überrascht werden bei Sachen, die man sonst nicht in Betracht gezogen hätte.
  • Ich habe ich so wenige warme Sachen, dass ich unbedingt neue Sachen brauche. Zum Selbernähen komme ich nicht mehr so viel wie früher. Daher muss und möchte ich ab und zu auch etwas kaufen, wenn es in meine Garderobe passt. Schon letzten Winter hatte ich fast täglich das gleiche an. Mir fehlte einerseits die Zeit und andererseits die Motivation dazu. Ich war mitten in meiner Farbausbildung und führte den ersten Näh deinen Stil Online-Kurs durch, so dass mein Kopf damit voll war. In meiner neuen Rolle als Farb- und Stilberaterin möchte ich das was ich anderen rate auch selbst praktizieren.

Wir sind also erst zu Zara und dann zu COS. Als wir bei Zara reinkamen, habe ich erst mal meinen Farb-Scanner eingeschaltet und ich sage dir, damit habe ich superschnell 80% der Teile im Laden weggefiltert. Schwarz, herbstliche Rost-, Gelb-, und Grüntöne fallen bei mir gleich raus.

Wenn du deine Farben, Schnitte und Stilrichtung kennst, dann kannst du schnell Sachen ausfiltern wie in einem Online-Shop wo du verschiedene Stellschrauben hast um schneller zum Ergebnis zu kommen. Aus dem, was noch übrig blieb, habe ich ein Oberteil und eine Hose in zwei Größen mit in die Kabine genommen und anschließend beides gekauft. Wow, so schnell bin ich noch nie gewesen. Und ich fand es spannend mich selbst zu beobachten. Ich fühlte mich nicht überfordert, war fokussiert und es hat mir Spaß gemacht.

Während ich in der Umkleide war, hatte Grischa Zeit die anderen Frauen zu beobachten und er meinte hinterher, wie wuselig und hektisch doch viele Frauen durch den Laden gelaufen sind. Für alle, die gerne tausend Sachen anprobieren und das Shoppen lieben, viel Spaß dabei. Ich jedenfalls möchte nicht mehr allzu viel Zeit damit verschwenden Sachen anzuprobieren und zu kaufen, die mich nachher nicht zufrieden machen. Jedenfalls war dieser kurze, knackige Besuch sehr effizient und erfolgreich für mich.

Anschließend waren wir bei COS, einer Marke für sehr minimalistische Mode. Die Kleidungsstücke sind oftmals sehr weit und superschlicht geschnitten. An sich passt das minimalistische schon gut zu mir, aber nachdem ich die Webseite schon mehrfach durchforstet hatte, wollte sich immer noch keine Liebe für diesen Style für mich zeigen. Klar, es gibt Frauen, an denen dieser Stil klasse aussieht, aber für mich konnte ich es mir nicht vorstellen. Da ich das Entdecken neuer Schnitte und Marken für mich gerade spannend finde, habe ich mir einen ganzen Stapel verschiedener Teile mit in die Garderobe genommen. In den meisten Sachen sah ich eher verloren aus und ich konnte mich im übertragenen und wörtlichen Sinn nicht mehr darin wiederfinden. Die Erkenntnis war für mich: minimalistisch ja, schlicht ohne Muster und Schnickschnack ist super für mich, die Form darf auch mal weiter und kastig sein, aber nur bis zu einem gewissen Punkt.

Du siehst, ich verfeinere meinen Scanner, meinen Filter stetig weiter.

Dieses Filtern ist auch das, was meine Mitglieder im Näh deinen Stil Club machen. Sie lernen, ihren eigenen Filter zu setzen. Einige sind nun schon in Phase 3 angekommen, wo es um ihre Stilwelt geht. In den vorhergehenden Modulen haben sie ihre Farben, Saumlängen, Ausschnittformen und mehr herausgefiltert. Nun geht es an den Stil, wo Stoffarten, Schnittführungen, Accessoires stark mit reinspielen, wo sich ein Stilthema zeigt oder eine Mischung aus verschiedenen Stilthemen. Das ist keine Phase wo man sich mal eben 2 Videos anschaut, 3 Sachen aufschreibt, und fertig, sondern da geht es tiefer. Die Frage, wer bin ich, wie will ich mich zeigen kommt da auf. Unsere Mitglieder erhalten in dieser Phase eine Einschätzung von Stilberaterin Tanja, die neu im Team hinzugekommen ist. Manches bestätigt sich und für manche Teilnehmerin tut sich sprichwörtlich eine neue Welt auf. Das muss erst mal sacken. Gerade kommen auch sehr viele Fragen dazu, die wir gerne beantworten.

Du siehst an meinem Weg, dass diese Phase dauern kann. Tanja ist schon seit 11 Jahren Stilberaterin aber auch für sie gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken, womit sie ihren Stil verfeinern kann. Ich habe gestern noch im Club geschrieben, dass die Teilnehmerinnen diesen Weg genießen sollen. Sie müssen niemandem etwas beweisen und kein Rennen gewinnen, sondern Spaß an der Entdeckung haben. Das ist eine Möglichkeit, sich neu zu erfinden oder den vorhandenen Stil zu verfeinern, noch unverkennbarer zu machen. Deswegen heißt diese Phase auch Unverkennbar Du.

Du kannst dir diesen Prozess wie einen Trichter vorstellen.

  • Oben im Trichter kommt alles rein, was die Fashion-Welt zu bieten hat. Alles, was du wahrnimmst in deinem Leben (Werbung, Menschen aus deinem Umfeld, auf der Straße, was du in den Läden siehst egal ob online oder offline, in Social Media etc).
  • Dann filterst du die Farben heraus, die nicht zu dir passen.
  • Dann die Schnitte und Kleidungsstücke
  • Stoffe und Stilrichtung
  • Deine Stilwelt mit Accessoires
  • Unten kommt deine Stilessenz heraus, was dich unverkennbar macht, womit du dich super fühlst, womit du funkeln kannst.

Gerade gestern haben wir das im Club diskutiert, weil ein paar Frauen gerade an dem Punkt sind, wo es darum geht die passenden Schnitte und Stoffe zu definieren, was natürlich superwichtig beim Nähen der eigenen Kleidung ist. Hier kommen die Stilwelten zum Tragen, die den Frauen Ideen geben, in welche Richtung ihr Stil geht, wo sie sich bedienen können und mithilfe dieser Pinnwände ihre eigene zusammenstellen.

An diesem Punkt stellt sich bei manchen, wie bei mir damals auch, eine Blockade ein. Es sind so viele Aspekte, die zusammenkommen für die Umsetzung des Stils, dass man erst mal nicht weiß wo anfangen. Und mit den ganzen Infos ist der Wunsch da, es jetzt perfekt machen zu müssen. Diesen Anspruch kenne ich von mir auch und möchte dir an dieser Stelle noch mal ein paar Tipps an die Hand geben, damit du diesen Punkt schnell überwindest.

Tipp 1:
Entdecke die Details, die deinen Stil ausmachen. Ziehe dir aus deiner Pinterest-Wand 5 Details (Danke an dieser Stelle an Petra aus dem Club, die diese Idee aufgebracht hat) und konzentriere dich erstmal darauf. Dies ist ein guter Zeitpunkt um die online Pinnwand offline greifbar zu machen. Eine Collage oder Pinnwand mit Schnittzeichnungen, Stoffproben, Farbkarten, Nahaufnahmen von Accessoires wird dich inspirieren und nimmt den Druck raus, dass alles so perfekt sein muss wie auf deiner Pinterest Wand.

Tipp 2:
Fange mit zwei Teilen an. Einem Kleidungsstück und einem Accessoire aus deiner Stilwelt. Und probiere dich damit aus. Eine Frau aus dem Club, die das Thema “Las Vegas Party” hat, ohne den Glitzer und aufreizende Ausschnitte, hat sich schon mal einen Jeansrock zugelegt und auch im Schrank hat sie schon gute Teile, auf denen sie aufbauen kann. Jetzt ist sie an dem Punkt wo sie verschiedene Kombis mit diesem Rock, intensiven Farben und am besten mit einem paar auffälligen bunten Ohrringen ausprobieren sollte um ein besseres Gefühl für ihren neuen Stil zu bekommen. Ich freue mich schon auf die nächsten Fotos im Club.

Tipp 3:
Genieße deine Stilreise. Sie ist für dich, damit du dich neu entdecken kannst und vom Stil unverkennbar wirst. Du musst niemandem etwas beweisen oder ein Rennen gewinnen.

Ich hoffe, die Podcast-Episode hat dich inspiriert.

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